Extremwetter-Ereignisse

Deutsche unterschätzen die Folgen von Natur-Gefahren

Tornados, schwere Hagelstürme, überflutete Straßen: Die jüngsten schweren Unwetter haben in Deutschland wieder schwere Schäden angerichtet. Und durch den Klimawandel werden uns solche Ereignisse in Zukunft wohl noch öfter ereilen, sagen Klima-Experten voraus. Trotzdem schätzt die Mehrheit der Deutschen die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft selbst von solchen Schäden betroffen zu sein, als eher gering ein. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Swiss Life Select.
© dpa/picture alliance
Eine umgestürzte Kastanie liegt am 22. Juni 2017 in Hamburg-Lohbrügge nach einem starken Unwetter über der Straße und begräbt Autos unter sich.

54 Prozent der Befragten glauben nicht, dass aufgrund von Starkregen Schäden an ihrem Wohngebäude, ihrem Hausrat, ihrem Gewerbegebäude oder ihrer Landwirtschaft verursacht werden. Bei Hochwasserschäden ist die Sorge noch geringer ausgeprägt: 76 Prozent der Befragten halten Hochwasserschäden für überhaupt nicht oder eher nicht wahrscheinlich. Mit Rückstauschäden, die durch überlastete Kanalisationen entstehen können, rechnen 67 Prozent der Befragten nicht.

Entsprechend haben auch nur 22 Prozent der Befragten angegeben, eine Gebäudeversicherung mit einem Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung abgeschlossen zu haben. In der Hausratversicherung sind es 29 Prozent.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Swiss Life Select. Dazu hat der Marktforscher Yougov mittels einer Online-Umfrage die Antworten von 2.062 Personen ausgewertet.

Quelle: Swiss Life Select

Falsche Risikoeinschätzung

„Diese Risikoeinschätzung kann jedoch für viele Versicherungsnehmer überraschende Folgen haben. Denn treten doch Hochwasser- und Starkregenschäden auf, werden sie von einer Gebäude- oder Hausratversicherung nur dann übernommen, wenn ein Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde“, sagt Carsten Alisch, Produktmanager für Sachversicherungen bei Swiss Life Select.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Absicherung von Elementarschäden an Autos. 82 Prozent der Befragten halten Schäden an ihrem Wagen, die Schnee- und Eislawinen von Berghängen und Hausdächern aus verursachen, für überhaupt nicht oder eher nicht wahrscheinlich. 84 Prozent halten Schäden durch Abgänge von Geröll-, Schlamm- und Gesteinsmassen für sich nicht relevant. Nur 17 Prozent der Befragten sind bewusst gegen diese Schadensarten versichert.

Überraschungen auch oft bei der Kaskoversicherung

„Im Gegensatz zu Schäden, die durch Überschwemmung, Sturm oder Hagel verursacht werden, werden die Kosten, die durch Schnee- und Eislawinen von Berghängen und Hausdächern sowie durch Abgänge von Geröll-, Schlamm- und Gesteinsmassen entstehen, von einer Voll- oder Teilkasko-Kfz-Versicherung meist nicht übernommen“, so Alisch.

Quelle: Swiss Life Select

Mehr zum Thema

Verbraucherschützer fordern Elementarschaden-Pflichtversicherung

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) behaupte zwar, dass „mehr als 99 Prozent aller Gebäude…

Wie wahrscheinlich ist ein Elementarschaden?

Die Fragen hat Stefan Hedrich, Leiter Maklervertrieb beim  BGV / Badische Versicherungen, beantwortet. Was kann…

Überschwemmtes Flachdach wird zum Klick-Hit

„Nein, das hier ist nicht die Nordsee. Das ist ein ganz normales Flachdach im Münsterland…

Autor

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia