Laut Studie

Leistungszusagen von Kasse zu Kasse unterschiedlich

Während die eine Krankenkasse Leistungen sofort bewilligt, kann von einer anderen schon mal eine Absage kommen. In Sachen Leistungszusagen gibt es zwischen den Kassen große Unterschiede – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Die gute Nachricht: Jeder zweite Widerspruch gegen eine Ablehnung ist erfolgreich.
© dpa/picture alliance
Ein Arztgespräch in einer Praxis: In Sachen Leistungsgenehmigung sind die Kassen hierzulande sehr unterschiedlich.

Wer bei seiner Krankenkasse eine genehmigungspflichtige Leistung beantragt, muss auch mit einer Ablehnung rechnen. Grund: In Sachen Leistungszusagen gibt es große Unterschiede. Das zeigt eine aktuelle Studie des IGES-Instituts, die der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), am vergangenen Freitag vorgestellt hat.

Mehr zum Thema

Studie gibt Hinweise auf Manipulationen bei Risikostrukturausgleich

Manipulieren Krankenkassen Diagnosen, um mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten? Ein entsprechender Vorwurf des…

Wie Passagiere abgesichert sind

Kreuzfahrtschiffe sind oft für lange Strecken auf hoher See – ohne Land und Hafen in…

Krankschreibung ist auch am Rosenmontag einzuholen

Was ist geschehen? Ein Versicherter braucht eine Verlängerung seiner Krankschreibung, die am Freitag vor Rosenmontag…

So erhielt im Bereich Vorsorge und Rehabilitation 2015 im Schnitt fast jeder fünfte Antrag (18,4 Prozent) eine Ablehnung. Die Ablehnungsquote liegt je nach Kasse zwischen 8,4 Prozent bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) und 19,4 Prozent bei der AOK und den Ersatzkassen.

Die gute Nachricht dabei: Mehr als jeder zweite Widerspruch gegen Ablehnungen (56,4 Prozent) war erfolgreich. Bei der medizinischen Vorsorge für Mütter und Väter sind sogar drei von vier Widersprüchen erfolgreich (72 Prozent).

Laumann kritisiert das Vorgehen der Kassen: „Wenn – wie bei den Leistungsanträgen zur Vorsorge und Rehabilitation – weit mehr als jeder zweite Widerspruch erfolgreich ist, kann bei der Bewilligungspraxis etwas nicht stimmen.“ Er fordert daher mehr Transparenz.

Seiner Meinung nach müssten die Kassen dazu verpflichtet werden, Daten und Gründe zu Leistungsbewilligungen und -ablehnungen zu veröffentlichen. Jeder dritte Versicherte weiß laut Studie nicht, dass er bei Leistungsverweigerung auch Einspruch erheben kann.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia