Was ist geschehen?
Ein Versicherungsvertreter bekommt über Jahre Provisionen für Verträge, die es gar nicht gibt. So soll der 59-Jährige 670.000 Euro ergaunert haben. Aktuell steht er deshalb wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht.
Dort hat der Inhaber einer Versicherungsagentur in Hennef den Betrug zugegeben, berichtet der General-Anzeiger.
Der Grund:
Als selbstständiger Vertreter sei er davon abhängig gewesen, so viele Verträge wie möglich abzuschließen, um die Provisionen zu erhalten. Außerdem wurde sein Geschäftspartner, mit dem er die Agentur leitete, krank.
Als er die Agentur alleine leiten musste und die Verträge über reale Kunden nicht mehr in ausreichender Zahl zustande kamen, habe er im Juli 2011 begonnen, Verträge zu erfinden. Sein Geschäftspartner wusste davon nichts, so der 59-Jährige.
Wie ging er dabei vor?
Er schloss im Namen von Bekannten und deren Kindern private Rentenpolicen ab. Er erfand Versicherungsverträge für Gebäude, die es gar nicht gab.
Wann flog der Betrug auf?
Im Januar 2014. Einige Kunden wechselten zu einer neuen Agentur. Und als der Vertreter dort die Verträge überprüfte, merkte er, dass den Kunden Beträge für nie abgeschlossene Versicherungen abgebucht worden waren.
Der Mann – der inzwischen wegen Depressionen nicht mehr arbeiten kann und eine Erwerbsunfähigkeitsrente von 4.700 Euro monatlich erhält (offensichtlich hatte er gut vorgesorgt) – muss den entstandenen Schaden nun ersetzen.
Wie der General-Anzeiger weiter berichtet, will er eine fällige Lebensversicherung an die Versicherung abtreten. Außerdem hat der Versicherer das Angebot gemacht, dass der Vertreter in den kommenden Jahren 350.000 Euro in monatlichen Raten zurückzahlt. Gelingt ihm das, wird ihm der Rest erlassen.
Der Prozess wird derweil fortgesetzt.
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