Segen oder Einladung zum Versicherungsbetrug?

Handykamera als Schadensregulierer

Geht etwas zu Bruch, greifen Versicherte inzwischen ganz selbstverständlich zum Handy, um den Schaden zu dokumentieren. Technische Möglichkeiten bieten aber auch Raum für Missbrauch.
© Getty Images

Die Reliquie der Versicherungswirtschaft ist die zerbrochene Brille des ehemaligen BVB-Fußballtrainers Jürgen Klopp. Sie wird in einer Vitrine des Borussia-Dortmund-Museums aufbewahrt. Zu Bruch ging sie während des Jubels über einen 3:1-Sieg gegen den FC Bayern. Das gute Stück wurde für die Versicherung zum Härtetest, denn gleich mehrere Betrüger reichten ein Foto von der Brille bei ihrem Versicherer ein, das sie sich zuvor im Internet heruntergeladen hatten. Sie gaben Klopps Sehhilfe als ihre eigene aus, um Geld zu kassieren.

Nachgestellte und fotografierte Schäden von angeblichen Schadensfällen sind keine Seltenheit. Internet und Smartphone machen es  möglich. Die „Fotobeweise“ können als Mailanhang problemlos mit der Schadensmeldung mitgeschickt werden. Die Kamera ist schnell bei der Hand, um die Spuren eines Einbruchs oder eines Wasserschadens abzulichten.

Und die Versicherer? Die begrüßen die Entwicklung im Prinzip. Die Debeka beispielsweise beteuert, alle Fotos zu sichten und gibt mitunter bereits nach einem Telefonat den  Auftrag zur Schadensbeseitigung – wenn der Kostenvoranschlag stimmt. Auch die Axa wertet die Schnappschüsse positiv. Grundsätzlich ersparten sie Besichtigungen vor Ort und helfen bei der Aufklärung.

Laut Versicherungsverband GDV seien die Gesellschaften geradezu dankbar, wenn die Folgen von Hagelschlag oder Flutkatastrophen fotografisch dokumentiert würden. Da der Gutachter womöglich erst nach Tagen vorbeikäme, sei bei solchen Schäden die lückenlose Dokumentation fast wichtiger als eine sofortige Schadensmeldung.

Angst vor ausufernden Missbrauch haben die Regulierung dennoch nicht: Sind sie doch der Meinung, sie könnten bei jedem Foto leicht nachvollziehen, ob es manipuliert worden sei.

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