Nach der Flutkatastrophe

Versicherer leisten Vorschüsse von 700 Millionen Euro

Rund 700 Millionen Euro an Vorschüssen haben die deutschen Versicherer bisher an Kunden gezahlt, die von der Flutkatastrophe betroffen waren. Der Großteil ging dabei an Privtakunden. Der Gesamtschaden liegt nach Schätzungen zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro.
© picture alliance/dpa | Thomas Frey
Ein Bagger reisst in Altenburg Häuser ab, die durch die Flutkatastrophe zerstört wurden. Altenburg zählt zu den in der Bausubstanz am stärksten von den Flutschäden betroffenen Gemeinden.

Rund einen Monat nach der Flutkatastrophe in Deutschland haben die Versicherer Vorschüsse in Höhe von rund 700 Millionen Euro an ihre Kunden ausgezahlt. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Davon entfallen gut 500 Millionen Euro auf Schäden im privaten Bereich wie Wohngebäude, Hausrat und Kraftfahrzeuge sowie knapp 200 Millionen Euro auf gewerbliche Risiken“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Die deutsche Versicherungswirtschaft geht nach bisheriger Schätzung von einem versicherten Gesamtschaden von 4,5 Milliarden bis 5,5 Milliarden Euro aus. „Wir rechnen aber inzwischen damit, dass sich die Schadensumme wohl eher um den oberen Rand unserer Schätzung bewegen wird“, so Asmussen weiter.

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Zur Praxis der Schadenregulierung in den Flutgebieten sagte der GDV-Hauptgeschäftsführer: „Es bleibt weiterhin wichtig, dass den Menschen in den betroffenen Gebieten schnell geholfen wird. Deshalb haben die Schadenaufnahme und schnelle Erstzahlungen im Moment Vorrang. Es wird nicht lange nach Rechnungen und Belegen gesucht, stattdessen gibt es pauschale Vorauszahlungen der Versicherer.“ Die Höhe des Vorschusses richte sich dabei nach dem Bedarf der Betroffenen und werde aufgrund des Schadenbilds oder der Schadenschilderung ermittelt.

Geschätzt werden beispielsweise Kosten für Erstmaßnahmen oder sonstige Kosten, wie zum Beispiel eine Hotelunterbringung. „Die Vorschüsse sind bei größeren Schäden daher in der Regel deutlich fünfstellig“, sagt der GDV-Hauptgeschäftsführer. Darüber hinaus hätten zahlreiche Versicherer Hilfsfonds für die Betroffenen eingerichtet und böten neben der materiellen oft auch psychologische Hilfe an.

190.000 Schadenfälle für den privaten und gewerblichen Bereich

„Insgesamt rechnen wir für den privaten und gewerblichen Bereich mit etwa 190.000 Schadenfällen“, so Asmussen. Davon entfielen 160.000 auf den privaten und 30.000 auf den gewerblichen Bereich. Nordrhein-Westfalen war demnach mit rund 135.000 Schadenfällen betroffen, davon 21.000 gewerbliche Risiken. Dort wurden Vorschüsse in Höhe von knapp 400 Millionen Euro geleistet, davon gut 100 Millionen Euro für gewerbliche Risiken.

In Rheinland-Pfalz wurden rund 33.000 Schäden gezählt, davon 4.000 gewerbliche Risiken. Hier wurden Vorschüsse in Höhe von 275 Millionen Euro geleistet, davon knapp 70 Millionen Euro für gewerbliche Risiken. Die übrigen rund 20.000 Schadenfälle entfielen auf das weitere Bundesgebiet, vor allem auf die Länder Bayern und Sachsen.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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