GDV-Statistik

Weniger Fahrraddiebstähle, gleichbleibende Schäden

Fahrraddiebe kommen in Deutschland immer seltener zum Erfolg: Rund 155.000 versicherte Fahrräder sind 2019 gestohlen worden, 5.000 weniger als noch im Vorjahr, wie der Versicherungsverband GDV meldet. Doch für die Branche gab es trotzdem keine Entlastung, denn die Diebe haben auch weiterhin vor allem teure Modelle im Visier. Wo wird am meisten geklaut?
© GDV
In Stadtstaaten sind Fahrraddiebstähle traditionell häufiger verbreitet.

Rund 155.000 versicherte Fahrräder wechselten 2019 ungewollt ihren Besitzer, gab der Versicherungsverband GDV am Mittwoch bekannt. Das waren 5.000 weniger als noch im Jahr zuvor. Dabei zeigt der Bundesländervergleich, dass die deutschen Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen traditionell am stärksten von Diebstählen betroffen sind (siehe Grafik).

Mehr zum Thema

Fahrradversicherungen – gibt es einen Corona-Effekt?

In Zeiten von Corona-Krise und Klimawandel wird das Fahrrad, sei es in klassischer Form oder…

Die neuen Verkehrsregeln und Bußgelder im Überblick

Neue Rechte für Fahrradfahrer und höhere Strafen für Temposünder: Die neue Straßenverkehrsordnung gilt seit wenigen…

Münchner und Augsburger sichern Fahrraddiebstähle am häufigsten ab

Laut aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden in Leipzig und Münster im Vergleich der…

Rechnet man nicht versicherte Fahrräder hinzu, zeigt sich ebenfalls ein abnehmender Trend ab. So wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik rund 278.000 versicherte sowie nicht versicherte Räder im vergangenen Jahr gestohlen, was einem Rückgang um rund 5 Prozent gegenüber 2018 entspricht. Allerdings gilt: Da Fahrraddiebstähle häufig nicht angezeigt werden, dürfte die Dunkelziffer wesentlich höher liegen, heißt es beim GDV.

Trotz der rückläufigen Anzeigen bleiben die Versicherer auf einem unverändert hohen Schadenberg von rund 110 Millionen Euro sitzen. Denn: Beliebt bei Dieben sind nach wie vor teure Velos: Im Schnitt zahlten Versicherer nach GDV-Angaben 720 Euro pro gestohlenem Fahrrad – und damit so viel wie nie zuvor (Vorjahr: 650 Euro). Zum Vergleich: Vor 10 Jahren betrug die Entschädigung für ein gestohlenes Rad im Schnitt 410 Euro, 2019 waren es 75 Prozent mehr, wie der Verband vorrechnet.

Weiter weisen die Experten des GDV darauf hin, dass eine klassische Hausratversicherung den Schaden nur übernimmt, wenn ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen wird – dies bedingt die sogenannte Nachtzeitklausel. Geklaut wird jedoch meistens auf offener Straße. Um auch dieses Risiko abzusichern, bedarf es einer Zusatzklausel in der Hausratpolice. Von den gut 26 Millionen Hausratversicherungsverträgen haben laut GDV 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen.

Wo der Versicherte mitwirken muss

Der Versicherer kommt aber auch nur dann für den Diebstahl auf, wenn das Fahrrad durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert wurde. Ersetzt wird der Wiederbeschaffungswert, also der Betrag, um ein neues gleichwertiges Rad zu kaufen. Die Höchstentschädigung wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrates festgelegt. Gerade für Besitzer höherwertigerer Räder und E-Bikes könne es sich daher lohnen, die Versicherungssumme zu erhöhen oder eine spezielle Fahrradversicherung abzuschließen, so die Empfehlung des GDV.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia