Zinswende, Zinswende und kein Ende

EZB erhöht die Leitzinsen erneut um 0,5 Prozentpunkte

Die Europäische Zentralbank dreht weiter an der Zinsschraube. Jetzt hat sie den wichtigsten Leitzins der Eurozone auf 3 Prozent gehievt. Und es soll noch weitergehen.
EZB-Chefin Christine Lagarde am 2. Februar 2023 auf dem Weg zur Pressekonferenz
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Michael Probst
EZB-Chefin Christine Lagarde am 2. Februar 2023 auf dem Weg zur Pressekonferenz

Bei den Hütern des Euro geht es weiter Schlag auf Schlag. Jetzt erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) erneut die drei Leitzinsen für die Eurozone um je weitere 50 Basispunkte, also 0,5 Prozentpunkte. Der EZB-Rat gehe darüber hinaus davon aus, dass noch weitere Schritte folgen werden, heißt es dazu aus Frankfurt. Schon im März soll es bei der nächsten geldpolitischen Sitzung um weitere 50 Basispunkte hinauf gehen.

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Damit steigt der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 3,0 Prozent. Das ist gewissermaßen der wichtigste Leitzins: Banken können sich zu diesem Satz für eine Woche bei der EZB Geld leihen. Zuletzt lag er im Jahr 2008 über der Marke von 3 Prozent. Der Satz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität steigt auf 3,25 Prozent. Und mit der Einlagefazilität (täglich verfügbare Bankguthaben bei der EZB) geht es auf 2,5 Prozent hinauf. Die neuen Sätze treten am 8. Februar in Kraft.

Als Grund teilt die EZB mit: „Ein restriktives Zinsniveau wird im Laufe der Zeit die Inflation senken, indem es die Nachfrage dämpft, und gleichzeitig dem Risiko vorbeugen, dass sich die Inflationserwartungen dauerhaft nach oben verschieben.“ Während sich also mehr und mehr Volkswirte fragen, ob wir nicht künftig generell mit höheren Werten leben müssen, will sich die Zentralbank noch lange nicht damit anfreunden.

Zugleich zeigt sie sich weiter entschlossen, dass sie die Billionenbestände an Anleihen loswerden will. Die haben sich im Rahmen diverser Rettungs- und Ankaufprogramme, dem Asset Purchase Programme (APP), über die Jahre angesammelt. Wie schon im Dezember angedeutet will sie das Portfolio tatsächlich von Anfang März bis Ende Juni jeden Monat um 15 Milliarden Euro zurückfahren. Das passiert, indem sie das Geld aus fällig werdenden Anleihen nicht mehr komplett wieder in neue Anleihen steckt. Wie es nach dem Juni weitergeht will sie in den Monaten davor entscheiden.

Bei dem speziellen Anleihekaufprogramm im Rahmen der Pandemie (Pandemic Emergency Purchase Programme, PEPP) will die Zentralbank unverändert fällig werdendes Geld wieder zurück in neue Anleihen stecken. Zunächst bis mindestens Ende 2024.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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