„Die Studie zeigt, dass in großen Teilen Deutschlands Wohneigentum erschwinglich ist. Umso wichtiger ist es, dass die Politik auch weiter den richtigen Rahmen für bezahlbaren Wohnraum setzt“, sagt Uwe Sterz, Vorstandsmitglied des Verbands der Sparda-Banken. Für die Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland 2017“ haben das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) und das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) 1.441 Personen befragt.
Danach investieren Käufer in Deutschland im Schnitt 242.000 Euro in eine Immobilie. Das sind etwa sechs Jahresnettoeinkommen eines deutschen Durchschnitthaushalts. Erschwingliche Immobilien sind im Mittel 126 Quadratmeter groß, in den Großstädten hört es aber bei 100 Quadratmetern auf. Eine Immobilie gilt laut Studie erschwinglich, wenn ihr Preis dem durchschnittlichen Investitionsvolumen, also 242.000 Euro, entspricht. Der Quadratmeter Eigenheim kostet in Deutschland im Mittel knapp 2.000 Euro.
In München gibt es am wenigsten Platz für’s Geld
In den Metropolen wie München sind die Wohnungen für das Investitionsvolumen in Höhe von 242.000 Euro mit 44 Quadratmetern am kleinsten. In Berlin (98 Quadratmeter) und Köln (88 Quadratmeter) bekommt man wesentlich mehr Platz für sein Geld.
Unter den mittelgroßen Städten Deutschlands ist für 242.000 Euro die größte Wohnfläche im Osten Deutschlands in Chemnitz (261 Quadratmeter) zu bekommen. Im Westen Deutschlands gibt es die größten erschwinglichen Wohnungen in Gelsenkirchen (190 Quadratmeter).
Ab 30 Kilometer ist mit dem Pendeln Schluss
Etwa jeder achte Deutsche lebt in einer der sieben Metropolen Deutschlands. Viele, die keine passende erschwingliche Immobilie in der Großstadt finden, suchen im Umland. Die repräsentative Umfrage der Sparda-Studie ergab, dass die meisten Deutschen nicht weiter als 30 Kilometer vom Eigenheim zum Arbeitsplatz pendeln wollen.
Pendler in Berlin müssen für erschwingliches Wohneigentum 15 Kilometer weit pendeln. In der Bundeshauptstadt liegt der Quadratmeterpreis im Mittel bei 2.430 Euro. Hamburger müssen mit 18 Kilometer noch etwas weiter raus, dort kostet der Quadratmeter durchschnittlich 3.474 Euro.
Außerhalb der Metropolen sieht es besser aus: Sieben von zehn Regionen in Deutschland seien bezahlbar und wertstabil, heißt es in der Studie. Das heißt, dass die Quadratmeterpreise seit 2005 nicht gefallen sind und ein durchschnittliches Eigenheim mit einer Zahlung von höchstens 30 Prozent des Jahreshaushaltseinkommens nach 20 Jahren abbezahlt werden kann.
Viele Bundesbürger planen den Hauskauf
Nur 46 Prozent der Deutschen leben nach eigenen Angeben in einem Eigenheim. Doch jeder vierte Mieter in Deutschland unter 50 Jahren plant den Kauf einer eigenen Immobilie (26 Prozent). In der Altersgruppe zwischen 31 und 40 Jahren haben gut ein Drittel Kaufabsichten (35 Prozent).
Die häufigsten Gründe gegen den Kauf sind längerfristige finanzielle Risiken (61 Prozent) sowie die hohen Kosten (54 Prozent).
Niedrige Zinsen spielen keine große Rolle mehr
Bei einem Investitionsvolumen von 242.000 Euro müssen Käufer heute 58.000 Euro weniger Zinsen zahlen als noch vor rund zehn Jahren. Bei den Deutschen, die jünger als 50 Jahre sind, verliert das Niedrigzinsniveau beim Immobilienkauf aber an Bedeutung: 2013 gaben noch 33 Prozent von ihnen an, den niedrigen Kreditzinsen kritisch gegenüberzustehen, in diesem Jahr liegt der Anteil schon bei 39 Prozent.
