Die Zahl der Lebens-, privaten Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherer unter Aufsicht der Finanzbehörde Bafin sinkt. In den vergangenen zehn Jahren ging es von 384 auf 336 runter – ein Minus von 12,5 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung des Versicherungsverbands GDV.
Trotzdem möchte der Verband nicht von einer Konsolidierungswelle in Deutschland sprechen. Der Grund: „Drei Viertel dieser Firmen gehören zu Versicherungsgruppen“, so GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. Und weiter: „So verschwinden vielleicht einzelne Versicherer, aber oft nur deshalb, weil sie in Konzernen umstrukturiert werden und ineinander aufgehen. Auch für die Jahre 2015 und 2016 setzt sich dieser Trend bisher fort.“
Im Gegenteil biete die Digitalisierung neue Möglichkeiten für ganz unterschiedliche Strategien, so Wiener weiter. „Die Vielfalt der Anbieter und des Produktangebots könnte deshalb sogar zunehmen.“
Für die Jahre 2009 bis 2014 erzielten die fünf größten Versicherungsgruppen in Deutschland je rund 44 Prozent der gesamten Beitragseinnahmen in der Erstversicherung. Im Fall der Top 10 und 15 sind es knapp 64 und 74 Prozent. „Damit bewegt sich der Konzentrationsgrad der deutschen Versicherungswirtschaft im Vergleich mit anderen großen Versicherungsmärkten in Europa auf mittlerem Niveau“, so Wiener. „Der deutsche Markt ist also weder besonders konzentriert noch übermäßig fragmentiert.“
Eine Prognose zur weiteren Entwicklung von Marktstruktur und Konzentrationsgrad sei angesichts der vielen Einflussfaktoren schwierig. Der Markterfolg der Versicherer hängt laut der Untersuchung aber schon mal nicht signifikant von der Unternehmensgröße ab. Zwar profitierten große Anbieter oft von Skaleneffekten. Kleine und mittlere Anbieter könnten ihr Geschäftsmodell aber leichter an das sich ändernde Umfeld anpassen.
„Ich rechne daher mit einer weiteren Ausdifferenzierung der Versicherer am deutschen Markt“, sagt der GDV-Chefvolkswirt. Wichtig sei dabei, dass die Regulierung einen effektiven Wettbewerb fördere. „Dazu gehört vor allem, dass für alle Markteilnehmer einheitliche Wettbewerbsbedingungen gelten – einschließlich neuer Insurtechs, die im Zuge der Digitalisierung entstehen.“
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