Trotz hoher Immobilienpreise

Deutsche haben weiter Lust aufs Eigenheim

Trotz stark zulegender Grundstücks- und Immobilienpreise halten die Bürger hierzulande am Traum eines eigenen Zuhauses fest. Während die Zahl der Baufinanzierungen in den vergangenen fünf Jahren gleichblieb, legten die Darlehensvolumen ordentlich zu, zeigt das aktuelle „Baufi-Barometer“ von ING Deutschland.
© picture alliance / Sven Simon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Auf einer Baustelle werden neue Häuser gebaut.

Die Deutschen lassen sich ihre Lust auf ein eigenes Zuhause nicht von hohen Immobilien- und Grundstückspreisen vermiesen. Während sich die Zahl der Darlehensverträge von 2016 bis 2021 auf konstant hohem Niveau zeigt, klettert der Wert der Finanzierung nach oben. So ist seit 2016 das durchschnittliche Darlehensvolumen um 40 Prozent von 251.000 Euro auf 348.000 Euro gestiegen.

Das geht aus dem „Baufi-Barometer“ der ING Deutschland hervor. Dafür hat die Bank die Baufinanzierungsdaten ihrer Kundinnen und Kunden für diesen Zeitungraum ausgewertet.

Die Zinsbindungsdauer bei den Baufinanzierungen ist in den vergangenen fünf Jahren von durchschnittlich 10,7 Jahren auf 12,4 Jahre gestiegen. „Immobilienkäufer wollen sich im aktuellen Umfeld die derzeit historisch günstigen Konditionen möglichst lange sichern“, sagt Thomas Hein, Leiter Vertrieb Immobilienfinanzierung bei ING Deutschland. „Dazu kommt, dass im dritten Quartal 2021 eine Preissteigerung von durchschnittlich 12,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet wurde. Dies ist zum zweiten Mal in Folge der größte Preisanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Vor diesem Hintergrund scheint für viele Menschen eine möglichst große Sicherheit bei der Zinsbindung ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung zu sein.“

Immobilien vermehrt als Kapitalanlage genutzt

Der Trend geht – wegen der niedrigen Zinsen und der Suche nach Anlage-Alternativen – auch in folgende Richtung: „Wir sehen bei der Nutzung der finanzierten Objekte in den vergangenen fünf Jahren einen Anstieg der Vermietungen, verbunden mit einem leichten Rückgang bei der Eigennutzung. Waren 2016 noch 80,4 Prozent aller bei uns finanzierten Objekte für die eigene Nutzung vorgesehen, so ist dieser Wert 2021 auf 74,8 Prozent gesunken.“

Gleichzeitig sei der Anteil bei den vermieteten Immobilien von 15,9 Prozent auf 21,8 Prozent gestiegen. Den höchsten Prozentsatz an vermieteten Finanzierungsobjekten verzeichneten Berlin und Sachsen.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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