Vor allem Frauen betroffen

Teilzeit: Karrierepause kostet Vermögen

Wer wegen der Familie beruflich kürzertritt, zahlt oft langfristig drauf. Schon zehn Jahre Teilzeit können den Vermögensaufbau um bis zu 200.000 Euro schmälern, rechnet das Vergleichsportal Verivox vor. Paare sollten deshalb früh über einen finanziellen Ausgleich sprechen.
Frau hilft Kind am Computer bei der Arbeit, symbolisiert die Auswirkungen einer Teilzeitkarrierepaus.
© Svitlana Hulko/Freepik
Berufstätige Mutter: Wer Teilzeit arbeitet, zahlt beim Vermögen oft langfristig drauf.

Wenn Nachwuchs ansteht, tritt ein Partner (meist die Frau) beruflich in aller Regel kürzer. Das Problem: Bereits eine um zehn Jahre reduzierte Arbeitszeit kann den Vermögensaufbau – verglichen mit durchgehend Vollzeitbeschäftigten – um bis zu 200.000 Euro gegenüber einer Vollzeitkraft verringern. Das zeigen aktuelle Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox.

Drei Szenarien hat das Portal durchgespielt. Im ersten investiert eine durchgehend in Vollzeit beschäftigte Person ab dem 30. Lebensjahr monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan. Sie zahlt so 136.800 Euro in ein Wertpapierdepot ein. Bei einer konstanten Jahresrendite von 7,5 Prozent entsteht daraus bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren ein Depotwert von rund 730.000 Euro.

Im zweiten Szenario arbeitet die Person im Alter von 30 bis 40 Jahren nur halbtags und spart in dieser Phase entsprechend auch nur 150 Euro monatlich, anschließend steigt sie auf Vollzeit und eine Sparrate von 300 Euro um. Hier werden 118.800 Euro eingezahlt. Zum Renteneintritt liegt der Depotwert bei rund 529.200 Euro und damit mehr als 200.000 Euro niedriger als bei der Person, die durchgehend in Vollzeit arbeiten kann.

Bei einer geringeren Arbeitszeitreduzierung in Szenario 3 auf eine Dreiviertelstelle und entsprechenden Abstrichen bei der monatlichen Sparrate lägen bis zum Ruhestand 100.400 Euro weniger im Depot.

„Die finanziellen Folgen von Teilzeitphasen werden noch immer häufig unterschätzt“, sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox. „Gerade wenn Teilzeitarbeiten unvermeidbar ist, sollten Partner über einen finanziellen Ausgleich sprechen, um zumindest einen Teil der Vorsorgelücke zu schließen. In Deutschland übernehmen nach wie vor überwiegend Frauen den größten Teil der unbezahlten Care-Arbeit für die Familie. Das sollte sich nicht nachteilig auf ihre Finanzen auswirken.”

Nach Daten des Statistischen Bundesamts arbeiten 49 Prozent der Frauen in Teilzeit aber nur 12 Prozent der Männer. 68 Prozent der Mütter mit Kindern unter 18 Jahren sind in Teilzeit beschäftigt.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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