Studie und Umfrage

Immobilienpreise steigen stark – und wohl noch weiter

Der Wohnatlas der Postbank weist einen heftigen Satz bei den Immobilienpreisen aus. Doch eine davon unabhängige Umfrage legt nahe, dass es das wohl trotzdem noch nicht gewesen ist. Für einen Crash hingegen spricht wohl nicht viel.
Der Peetzsee im Landkreis Oder-Spree: Immobilienpreise stiegen dort um über 45 Prozent
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Unbeirrt von steigenden Zinsen erwartet jeder zweite Deutsche (48 Prozent), dass die Immobilienpreise noch weiter steigen. Genau genommen rechnen 24 Prozent mit leicht anziehenden Preisen, ein ebenso großer Anteil jedoch mit stark steigenden. Immerhin 11 Prozent können sich vorstellen, dass die Preise für Haus und Hof leicht zurückgehen. Und exakt jeder Zehnte meint sogar, dass die Immobilienblase regelrecht platzt. Wobei das eher bei Männern ausgeprägt ist (13 Prozent) als bei Frauen (8 Prozent).

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Das geht aus einer Umfrage des Immobilienportals Immoverkauf24 unter rund 2.000 Menschen in Deutschland hervor.

„Angesichts des starken Preisanstiegs der letzten Jahre und des nach wie vor vorhandenen Nachfrageüberhangs in den Metropolregionen ist es kein Wunder, dass die Mehrheit der Menschen an weiter steigende Immobilienpreise glaubt“, sagt Geschäftsführer Niels Jacobsen.

Mit einem Crash rechnet er hingegen nicht. Dafür sei etwas mehr nötig als nur stark gestiegene Kaufpreise. Ebenso komme es auf Haushaltseinkommen und Kreditvergabe an. Und laut Jacobsen können sich trotz gestiegener Zinsen und leicht gesunkener realer Löhne noch immer die meisten Menschen Baukredite leisten. Für wahrscheinlich hält er es deshalb, dass sich Häuser und Wohnungen nur noch langsam verteuern oder die Preise eher seitwärts laufen.

Zerpflückt man die Menge der Befragten nach Alter und Immobilienbesitz, stellen sich Unterschiede in den Antworten heraus. Die folgenden Grafiken zeigen, welche das sind:

Umfrage nach der Zukunft der Immobilienpreise nach Alter der Antwortenden sortiert

Umfrage nach der Zukunft der Immobilienpreise nach Wohneigentum der Antwortenden sortiert

Die relevanten Objekte selbst haben indes ihren Aufschwung sogar noch einmal kräftig beschleunigt. Das meldet die Postbank im Rahmen ihrer jährlichen Studie „Wohnatlas“. So zogen im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr die Preise um die Inflation bereinigt um saftige 14,2 Prozent an. In den Jahren davor lagen die Zuwächse noch jeweils knapp unter 10 Prozent.

Wobei der Boom nun auch sichtlich in die Breite geht und bisher einigermaßen verschonte Städte wie Chemnitz und Salzgitter erfasst. Bei der Postbank weiß man auch, warum: „Die neuen Rekorde auf dem Immobilienmarkt werden von der Angst vor einer Zinserhöhung sowie steigender Inflation begünstigt. Viele Deutsche flüchten sich in Betongold und schließen dabei zunehmend die Städte in zweiter Reihe mit ein, nachdem Metropolen wie München bereits als überbewertet gelten“, erklärt Eva Grunwald, die dort das Immobiliengeschäft leitet.

Seite 2: Auch im Umland wird es langsam richtig teuer

An der Spitze der Metropolen sitzt weiter unangefochten München mit um fast 50 Prozent teureren Flächen als im zweitplatzierten Frankfurt am Main. Den stärksten prozentualen Zuwachs hingegen verzeichnet Düsseldorf mit bereinigten plus 15,3 Prozent. Und hier die Top 7 in der Übersicht:

Immobilienpreise in sieben Metropolen

Wobei man bei der Postbank beobachtet hat, dass auch dort die Sache sichtlich in die Breite geht. So sind beispielsweise im Speckgürtel von Berlin die Wohnungen knapp, was die Preise beispielsweise im Landkreis Oder-Spree um sagenhafte 45,2 Prozent emporschnellen ließ. Selbst im ohnehin schon nicht ganz billigen Potsdam ging es erneut um 27,3 Prozent aufwärts. Im Landkreis Dahme-Spreewald waren es 26 Prozent und im Märkisch-Oderland 24 Prozent. Womit die Umländer gegenüber den Großstädten kräftig aufholen.

Bei der Postbank sieht man einen Hauptgrund dafür im Trend zum Homeoffice: Menschen suchen sich eine Bleibe im Umland, weil es ihnen dort besser gefällt oder weil es günstiger ist – und weil sie es nun können.

Damit kommen wir zu den bereits angedeuteten mittelgroßen Städten, in denen es nunmehr auch langsam ungemütlich wird. Den stärksten Preiszuwachs verzeichnete die Postbank für Erfurt mit 29,5 Prozent. Die weiteren Kandidaten zeigt die folgende Tabelle:

Immobilienpreise in mittelgroßen Städten

Doch noch sind diese Städte ein gutes Stück von den teuren Hochburgen entfernt. Weshalb man sie bei der Postbank für einen Blick wert hält. „Zentren mit kurzen Wegen, schmucke Innenstädte, gute Infrastruktur sowie Nähe zum grünen Umland locken Immobiliensuchende, die anderenorts keine attraktiven Objekte mehr zu vergleichsweise günstigen Preisen finden können“, sagt Grunwald.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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