„Im Fall einer Eskalation des Kriegs“

Ökonom Fratzscher warnt vor 10 Prozent Inflation

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält infolge des Krieges in der Ukraine eine deutlich höhere Inflationsrate von bis zu 10 Prozent für möglich. Zudem betonte der Ökonom gegenüber der „Osnabrücker Zeitung“, dass man nicht nur auf die Energiepreise schauen dürfe.
© picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), warnt vor einem weiteren Anziehen der Inflationsrate. „Im Fall einer Eskalation des Kriegs und immer neuer Sanktionen kann es sogar Richtung 10 Prozent gehen“, sagte Fratzscher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe, bezahlpflichtig).

Ungeachtet dessen hält der DIW-Präsident eine Inflationsrate „von deutlich über 5 Prozent“ im laufenden Jahr für „wahrscheinlich“. Er begründete dies damit, dass die Wirtschaft noch nicht alle Preissteigerungen und höheren Kosten an die Konsumenten weitergegeben habe.

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Für Verbraucher könne es „sehr, sehr hart werden“, so Fratzscher weiter. „Wenn es zu einem Stopp der Gas- und Öllieferungen von Russland nach Europa käme, dann würde sich die Lage noch einmal dramatisch verschärfen.“ Zugleich betonte der Wirtschaftswissenschaftler, dass die Teuerung nicht nur durch die Energiepreise getrieben werde. So müsse man sich darauf einstellen, dass die Nahrungsmittelpreise „noch einmal deutlich steigen könnten“, so Fratzscher.

Um Preissteigerungen für Verbraucher abzufedern, forderte der DIW-Präsident Hilfen für Menschen mit mittleren oder niedrigen Einkommen unter 50.000 Euro im Jahr. „Sie sollten komplett entschädigt werden durch direkte Transfers. Sie sollten ein Energiegeld bekommen. Das wäre das Zielgenaueste“, so Fratzscher gegenüber der Zeitung.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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