In der bAV-Welt geht es ja hoch her. Hätte man zumindest meinen können, als die Allianz recht abrupt verkündet hat, dass es im Rahmen der beitragsorientierten Leistungszusage keine Garantie mehr geben wird. Was haben wir als Vermittler nicht immer darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass keine Beiträge verloren gehen. Gerade dass der Chef nicht hinter Gittern muss, aber zumindest seine Firma komplett pleitegehen wird, wenn er da einen Fehler macht und den falschen Anbieter wählt.
Damit haben wir jetzt zwei Möglichkeiten. Möglichkeit Nummer 1: Wir verhalten uns gemäß dem Adenauer-Zitat „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“. Das hat sich in unserer Branche schon oft bewährt und der Mann war schließlich mal Bundeskanzler. Möglichkeit Nummer 2: Wir klammern uns an diejenigen Versicherer, die noch nicht die Umsetzungs-Zeit dafür hatten, dem Marktführer zu folgen beziehungsweise behaupten, bei ihnen ist die Garantie in der bAV in Stein gemeißelt (was am Ende auf das Gleiche rauslaufen wird). Oder gibt es einen dritten Weg?
Ja, den gibt es in der Tat. Und der kürzelt sich UWP, neuerdings in Verbindung mit APM, und kommt von der Canada Life. Dass die kanadischen Iren aus dem Rheinland (Achse Toronto-Dublin-Köln) eine Pionier-DNA haben, ist ja bekannt. Dread Disease, Grundfähigkeiten, BU und Risiko-Lebensversicherung mit Brutto- gleich Nettobeitrag – all das hat die Canada Life in Deutschland salonfähig gemacht. Und was noch wichtiger ist: Sie haben es bis heute durchgezogen. Und gerade diese Verlässlichkeits-Tatsachen braucht man doch, wenn man mit einem nicht originär deutschen Versicherer ins bAV-Rennen geht.
Der Tarif „Generation business“ hat in der Vergangenheit aber genau wegen seiner Besonderheiten oft nicht durch die Tür gepasst. Das UWP-Prinzip („Unitised with Profits“) braucht eben zwölf Jahre bei laufenden Beiträgen (bei Einmalbeiträgen: zehn Jahre), bis das mit der Garantie hinhaut. Und die beinhaltet ja sogar noch eine Verzinsung von – hört, hört – einem Prozent. Und 50 Euro Mindestbeitrag war auch etwas, dass einem Kleinstsparer zu hoch war. Problem erkannt, Problem gebannt. Dem UWP wurde das APM („Automatisches Portfolio Management“) zur Seite gestellt. Für alle Vertragsdauern zwischen fünf und elf Jahren wird jetzt bei laufenden Beiträgen vom Anbieter selbst ein Portfolio aus aktienlastigen („APM A“) und rentenorientierten Fonds („APM B“) dem Kunden zusammengestellt, das sich zum Rentenbeginn hin von mehr A zu mehr B verschiebt.
Außerdem wurde die Zuzahlungshöhe auf ein praxisnahes Niveau gesenkt (250 Euro) und der Treuebonus verändert. Jetzt gibt es schon ab dem ersten Jahr aufs Haus 0,6 Prozent zusätzliche Anteile bezogen auf die Fondsanteile, die schon im Vertrag sind. Und da sind wir auch schon beim Ausgangspunkt des nicht so schönen Teils der Veranstaltung: die Kombination aus Gebühren und Gutschriften. Grundsätzlich ist es zwar schön, wenn der Kunde was bekommt vom Versicherer, aber selbst Profi-Rechenmaschinen kommen beim „Generation business“ damit nicht mehr klar, die absoluten Kosten unter dem Strich über die Vertragslaufzeit auszurechnen. Excel kann das, aber das als Berater für jeden Vertrag zu machen, ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Schaut man sich dort aber einen typischen Vertrag mit 32 Jahren Laufzeit an, dann liegen nicht nur die Garantiewerte gut, sondern auch die mit allem Drum und Dran.
Das ist aber auch ganz logisch erklärbar mit der Tatsache, dass man in den ersten Jahren dem Vertrag vergleichsweise viel entnimmt (sehr niedrige Guthaben zu Beginn), um später übergebührlich viel wieder zuzuführen. Konsequenterweise tut eine Kündigung richtig weh (5 Prozent Abschlag) und die berühmt-berüchtigte Glättung („Smoothing“, hat nichts mit Vitamin-Shots zu tun) nimmt Volatilität aus der Geschichte. 1,9 Prozent als Glättungsfaktor derzeit, auch wenn der Fonds selbst ein Minus erwirtschaften würde, sind ein stabilisierender Faktor. So geht die Rechnung für alle Beteiligten am Schluss auf.
Gerade in der bAV bedeutet das aber, dass bei zum Beispiel sehr früher Beitragsfreistellung und damit Nicht-Erfüllung der Garantievoraussetzungen (weitere sind: zwölf Jahre Laufzeit insgesamt, Vertrag besteht bis fünf Jahre vor Rentenbeginn), der Vertragswert nicht mehr mit der Wertgleichheit gemäß des Betriebsrentengesetzes in Einklang zu bringen ist. Für solche Fälle wurde die Mindestgarantie bedingungsgemäß auf 50 Prozent der einbezahlten Beiträge hochgezogen. Bei kürzeren Laufzeiten als zwölf Jahre liegt die Garantie bei planmäßigem Vertragsverlauf übrigens bei 80 Prozent (das ist die „APM“-Variante, siehe oben).
Hinten raus geben bei UWP zusätzliche „Rententreueboni“ den letzten Wumms. Bei Verträgen ab 25 Jahren Laufzeit kommen so nochmal bis zu 14 Prozent geschenkte Anteile hinzu, bezogen auf die Anteile, die schon im Topf sind, verteilt auf die letzten vier Jahre vor Rentenbeginn. Wie gesagt, das ist nicht straight and simple. Intransparenz kann man aber nicht unterstellen, man muss halt mit Tabellenkalkulations-Programmen umgehen können.
Was wiederum uneingeschränkt positiv ist, ist die Zusammensetzung des UWP-Fonds. Aktuell mit 40 Prozent in Aktien zu sein, fast 30 Prozent in Unternehmensanleihen und gut 6 Prozent in Immobilien und alternativen Investments – das nenn ich Dynamik! Bei hauseigenen Fonds, von Setanta in dem Fall, rümpft man manchmal reflexartig die Nase, weil meist kein großer Name dahintersteckt und man das Fehlen eines Korrektivs außerhalb des Versicherers beklagen könnte. Kostenseitig ist es sicher ein Vorteil für die Kunden, wenn der Anbieter verantwortungsvoll damit umgeht. Und die Performance des UWP ist absolut marktgängig. 5,2 Prozent pro Jahr seit Auflegung im Jahr 2004 ist für einen Mischfonds nicht schlampig. Nur am Rande: Beim Kunden auf Hochrechnungen mit 6 Prozent vor Abzug der Fondskosten zu verweisen (also eigentlich 7,5 Prozent) ist vor diesem Hintergrund natürlich nicht in Ordnung.
Was Canada Life auch auszeichnet: Hier versteht man, was Vermittler schätzen. Das Vermittlerportal ist wohl eines der besten überhaupt. Bestens geordnet, umfassend und auf den ersten Blick findet man die Information, die man sucht. Bitte, liebe Versicherer, schneidet Euch da eine große Scheibe ab!
Bleibt noch die Frage nach der Sicherheit, die einen als Berater fast panisch befällt, wenn da ein nicht-muttersprachlich klingender Name im Spiel ist, gerade bei der Altersversorgung. Friends Provident, Legal & General, AIG…die Liste der Kommer und schnell wieder Geher ist lang. Canada Life ist aber der einzige Versicherer aus dem angelsächsischen Raum, der ohne rigide Veränderungen in Deutschland durchgehalten hat. Und da die immer noch besser werden, als nachzulassen, darf man das Bekenntnis zum deutschen Markt als wahrhaftig annehmen.
Dass der Sitz in Irland ist, sollte auch niemanden mehr beunruhigen. Im Fall eines „Fails“ dürften zwar die Honorare für den Insolvenzverwalter die vorhandenen Kundenvermögen etwas schmälern, aber ansonsten ist das Sicherungssystem sauber. Und in den zahlreichen Finanzstärkeratings – deutlich mehr als mittelständische deutsche Wettbewerber vorlegen können – wimmelt es nur vor As und Einsen. Da ist er wieder der kanadisch-irisch-rheinländische Musterknabe.
Canada Life geht einen anderen Weg als alle anderen. Da der ausgewiesen gut ist, ist Generation business eine echte und unbedingt notwendige Alternative in der bAV-Welt.
Christian Geier, Jahrgang 1974, ist Vorstand bei der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl und Sicherung der Beratungsqualität. Zudem leitet er dort das umsatzstärkste Ressort „Personenversicherungen“. Der promovierte Kultur- und Betriebswirt berät dabei immer noch seine eigenen Kunden und lebt und arbeitet im niederbayerischen Straubing.
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