Auswirkungen der Pandemie

Versicherer erwarten teils deutlich weniger Neugeschäft

Durch die Corona-Pandemie wird sich das Neugeschäft reduzieren, erwarten 84 Prozent der Versicherer laut einer aktuellen Umfrage. Zugleich sehen 93 Prozent auch positive Nebenaspekte in der Krise: Der Vertrieb wird moderner, die Digitalisierung voranschreiten und das Arbeiten insgesamt flexibler.
© dpa/ picture-alliance/ Thomas Frey
Erzwungene Digitalisierung an den Hochschulen. Für die Versicherungswirtschaft sehen hier einer aktuellen Umfrage zufolge viele jedoch eine Chance.

84 Prozent der Versicherungsunternehmen erwarten einen Rückgang des Neugeschäfts durch die Corona-Krise. 57 Prozent gehen sogar von einem starken Rückgang aus. Insbesondere Lebens- und Kfz-Versicherungen werden nach Ansicht der Branche betroffen sein. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und der V.E.R.S. Leipzig GmbH hervor.

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30 Versicherer hatten demnach auf die „Blitz“-Umfrage reagiert und so ein Stimmungsbild aus der Branche ermöglicht. 96 Prozent der Befragten gehen darin von negativen Auswirklungen auf das Kapitalanlageergebnis aus, 14 Prozent sogar von einer stark negativen Entwicklung, besonders im Bereich der Aktien. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen will daher ihre Anlagestrategie anpassen und unter anderem den Anteil an Aktien- und Immobilieninvestments reduzieren.

Alle Umfrageteilnehmer sehen in der jetzigen Situation Herausforderungen: 87 Prozent trifft die Corona-Krise nach eigener Einschätzung voll, auf 13 Prozent eher zu. Ein Fünftel (21 Prozent) der Unternehmen erwartet, dass die Branche wegen der Corona-Krise in den kommenden zwei Jahren Personal abbauen wird. Ebenfalls 21 Prozent gehen davon aus, dass sich die Prämien für die Versicherten erhöhen werden.

Zudem verstärke die Corona-Krise die ohnehin deutliche Tendenz zur abnehmenden Zahl anVersicherungsvermittlern (Versicherungsmakler, Ausschließlichkeitsorganisation), wie es weiter heißt.

Schub für die Digitalisierung

Satte 93 Prozent blicken jedoch auch positiv auf die Veränderungen. Von ihnen erwarten fast alle einen Digitalisierungsschub beziehungsweise eine Flexibilisierung der Arbeitsmodelle. 70 Prozent erwarten, dass der Vertrieb modernisiert wird.

„Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherungsbranche“, sagt Thomas Korte, Leiter des Versicherungsbereiches bei EY in Deutschland. Dabei könnten nur jene Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen, „die neben einem effektiven Krisenmanagement auch das Tagesgeschäft und die langfristige Transformation meistern“, so Korte.

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Es würden sich bereits Trends abzeichnen, die alle und insbesondere die Versicherer auch nach der Krise beschäftigen werden. Das betreffe beispielsweise die Digitalisierung und die Transformation der Geschäftsmodelle, die deutlich beschleunigt werde. Wer bereits jetzt gute digitale Lösungen habe – insbesondere im direkten Kontakt mit Kunden – und weiter konsequent daran arbeitet, könne sich einen Wettbewerbsvorteil sichern, resümiert Korte.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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2 Antworten

  1. Merkwürdige Ergebnisse: Wie viele Versicherer sind das, wenn 96 oder 84 Prozent von 30 Versicherern antworten? Und überhaupt: Prozent heißt „von Hundert“! Erstaunlich, dass die Umfrage von solchen Institutionen veröffentlicht wurde, die es eigentlich besser wissen müssten. Da wird momentan auf der Corona-welle so manches Güterkriterim qualitativer Sozialforschung der schnellen Schlagzeile geopfert. Vorsicht beim kritiklosen Abschreiben!

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