Es muss sich etwas tun in Deutschland, so viel ist klar. Die gesetzliche Rente hierzulande steht dank demografischer Entwicklung und Niedrigzinsniveau auf wackeligen Füßen. Die vier großen Parteien haben die Bedeutung des Themas Altersvorsorge und Verhinderung von Altersarmut im Wahlkampf um den Bundestag im kommenden Jahr erkannt und schlagen eifrig Verbesserungen vor. Hier kommt ein Überblick, was aktuell vor Vorschläge im Raum stehen.
CDU/CSU
Um etwa die Altersarmut von Selbstständigen zu verhindern, schlagen CDU-Politiker vor, eine Versicherungspflicht für diese Gruppe einzuführen. Betroffene sollen dann wählen können, ob sie Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in eine andere armutsfeste Altersvorsorge einzahlen. Das könne beispielsweise eine private Riester-Rente sein, die für Selbstständige geöffnet werden soll.
Für diese gibt es auch gleich ein paar weitere Reform-Vorschläge. So soll die steuerliche Förderhöchstgrenze an die Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt und auf 4 Prozent festgesetzt werden. Auch einen Freibetrag von 100 Euro pro Monat bei der Grundsicherung im Alter soll es geben. Die Provisionen für einen Vertragswechsel bei Riester sollen auf 150 Euro begrenzt werden.
SPD
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will im Herbst einen Vorschlag für eine große Renten-Reform machen. Man darf also gespannt sein. Folgende Ideen könnten dabei zum Zuge kommen: Eine Pflicht-Betriebsrente für alle Arbeitgeber ohne Tarifvertrag. Wollen Arbeitnehmer dabei nicht mitmachen, können sie widersprechen (Opt-out). Ein Standard-Riester, damit das Produkt als Auffanglösung für alle Arbeitnehmer ohne betriebliche Altersversorgung dienen kann. Weniger Garantien. Bei Pensionskassen etwa sollen Sparer keine Garantie- sondern nur noch eine Zielrente zugesagt bekommen. Eine Angleichung des Rentenniveaus von Ost- und Westrenten.
Auch eine Lebensleistungsrente ist geplant, um die Rente von Geringverdienern aufzustocken. Zumindest dann, wenn sie mindestens 30 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rente gezahlt haben. Außerdem soll das Rentenniveau von jetzt 47,7 Prozent wieder auf mindestens 50 Prozent steigen.
Grüne
Die Grünen haben vor allem die Idee einer Deutschland-Rente in den Ring geworfen. Das Konzept soll folgendermaßen funktionieren: Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem monatlichen Gehalt einen festen Betrag in einen Fonds ein, der von einer staatlichen Organisation zentral verwaltet wird. Der Fonds arbeitet auf Selbstkostenbasis. Der Staat bürgt für die Auszahlung.
Ähnlich den Beiträgen zur gesetzlichen Rente würden die fälligen Beiträge von Arbeitgebern an die Deutsche Rentenversicherung abgeführt. Das Geld würde dann von einem Deutschland-Fonds verwaltet. Damit möglichst viele Arbeitnehmer teilhaben, setzen die Ideengeber auf das sogenannte „Opt-out“-Prinzip: Jeder Arbeitnehmer, der nicht aktiv widerspricht, zahlt automatisch monatlich in den Fonds ein.
Linke
Die Linke schließlich setzt sich für eine „Rentenversicherung gegen Altersarmut“ ein. Es soll eine steuerfinanzierte Mindestrente geben, die sicherstellen soll, dass keiner später mal ein Nettoeinkommen unterhalb der Armutsgrenze bekommt. Das Rentenniveau soll auf 53 Prozent steigen, finanziert werden soll das Ganze durch Steuern.
Riester-Anwartschaften will die Linke in die gesetzliche Rentenversicherung überführen. Riester sei gescheitert und nun müssten die betroffenen Sparer die Gelegenheit bekommen, ihre Guthaben zu retten.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.