Medizinstudierende werden noch viel mehr als Angehörige anderer Studiengänge von Finanzdienstleistern umworben. Mitunter schon ab dem ersten Studientag. Dazu zählen in der Regel nicht die kleinen, aber zahlreichen Maklerhäuser. Sondern vor allem die großen, strukturierten und deutschlandweit verbreiteten Finanzdienstleister.
Dass gerade Studierende der Humanmedizin angesprochen werden ist kein Zufall: Ärzte sind praktisch nie arbeitslos und können nach ihrem Studium mit einem überdurchschnittlichen Einkommen rechnen. Zudem glauben Vertriebler, die auf den schnellen Verkauf aus sind, mit ihnen leichtes Spiel zu haben, da sie vermeintlich mit Finanzen und Versicherungen wenig vertraut sind. Ein Ansatz, der nur wenig Erfolg zeitigt. Denn in der Zeit des Internets hinterfragen auch Mediziner vermeintliche tolle Angebote.
Wer als Makler Medizinstudierende gewinnen will, sollte prüfen, mit wem man es noch zu tun bekommt. Denn die großen Finanzdienstleister sind fast immer die Platzhirsche auf dem Campus. Sie sind gut organisiert und pflegen oft langjährige Kooperationen mit Fakultäten oder Einrichtungen wie etwa dem Hochschulsport. Sie sind nicht selten hervorragend aufgestellt, arbeiten mit Berufsverbänden zusammen und geben sich so einen offiziellen, ja fast behördlichen Anstrich. Im Studienalltag gehören sie zum Inventar, da sie gefühlt seit Menschengedenken mit eigenen Veranstaltungen aufwarten.
Um im Konzert der Großen bestehen zu können, gilt es mit Zielgruppenwissen zu punkten. Wer sich nicht mit dem beruflichen Werdegang und den versicherungsspezifischen Besonderheiten auskennt, zu aufdringlich agiert oder im Produktverkauf verhaftet ist, hat schnell verloren. Denn Humanmediziner sind eine in sich recht abgeschlossene Kommunikationsgruppe. Sie haben meist keinen ausgeprägten Austausch mit anderen Studiengängen, dafür einen umso stärkeren untereinander. Schlechte Eindrücke von Finanzdienstleistern verbreiten sich rasch, gute hingegen führen dafür nicht selten zu Weiterempfehlungen.
Bei der Betreuung von Medizinstudierenden müssen Finanzdienstleister akzeptieren, dass sie in Vorleistung gehen müssen, wenn sie mit dieser Zielgruppe langfristig erfolgreich arbeiten wollen. Denn für Studierende sind Themen wichtig, die zwar Aufwand bedeuten, dem Finanzdienstleister aber kaum Ertrag bescheren. Dazu zählen beispielsweise die Auslandskrankenversicherung für die Famulatur oder das Tertial im Ausland (siehe den Exkurs zum Ablauf eines Medizinstudiums auf der folgenden Seite) wie auch die Berufshaftpflichtversicherung. So mancher Finanzdienstleister mag da die Berufsunfähigkeitsversicherung als einzige Ertragsquelle sehen. Bei dieser sinnvollen Absicherung sollte jedoch auch im eigenen, langfristigen Interesse darauf verzichtet werden, diese zwingend als Zusatz einer Rentenversicherung platzieren zu wollen. Damit kann man sich als Berater deutlich von großen Vertrieben abgrenzen.
Mediziner, ob bereits berufstätig oder noch im Studium, befassen sich in der Regel nicht gern mit Versicherungen, sondern sind dankbar, wenn sie einen zuverlässigen und kompetenten Ansprechpartner haben, der ihnen diese eher ungeliebten Themen abnimmt. Dennoch ist ihnen zumindest im Groben recht gut bewusst, welche Absicherung sie benötigen. Viele befassen sich deshalb spätestens mit Blick auf das praktische Jahr mit Themen wie Berufsunfähigkeits- und Berufshaftpflichtversicherung.
Dabei tauschen sie sich erfahrungsgemäß rege mit ihren Kommilitonen aus und holen sich die Meinung von erfahrenen Ärzten ein. Neben Zielgruppenwissen sollten Berater deshalb Unabhängigkeit, Transparenz und Service bieten können. Makler, die das nachhaltig gewährleisten, haben gute Aussichten auf langfristige Geschäftsbeziehungen.
Um als Ärzte praktizieren zu dürfen, müssen Mediziner sechs Jahre beziehungsweise 12 Semester im Rahmen ihres Studiums absolvieren. Das Studium kann dabei in drei Abschnitte untergliedert werden, die Vorklinik, die Klinik und das praktische Jahr.
Die Vorklinik vermittelt über einen Zeitraum von zwei Jahren die theoretischen Grundlagen und endet mit dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, dem Physikum.
Der sich daran anschließende klinische Abschnitt erstreckt sich über drei Jahre und bietet neben der theoretischen eine praktische Ausbildung in der klinischen Medizin. So ist in diesem Teil des Studiums auch ein Praktikum durchzuführen, die sogenannte Famulatur. Es teilt sich in drei Pflichtabschnitte von jeweils 30 Tagen, welche in verschiedenen Fachbereichen durchgeführt werden können. Bevor es danach im praktischen Jahr an die Kliniken geht, steht noch das sogenannte „Hammerexamen“, der zweite Abschnitt der ärztlichen Prüfung, an.
Das praktische Jahr findet im letzten Jahr des Medizinstudiums statt und unterteilt sich in drei Pflichttertiale zu je 16 Wochen, die in den Fachgebieten Innere Medizin, Chirurgie und einem beliebigen Fachgebiet abzuleisten sind. Ist das vollbracht, geht es in den dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, der mündlich abgenommen wird.
Wurde das Studium erfolgreich absolviert, wird die Approbation erteilt. Ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Studiengängen ist die Möglichkeit, bereits im Studium mit der Doktorarbeit beginnen zu können.
Innerhalb der Gruppe der Medizinstudenten sind diejenigen abzugrenzen, die über die Bundeswehr studieren. Zahlenmäßig deutlich in der Minderheit verpflichten sich diese zu einer 17-jährigen Tätigkeit bei der Bundeswehr, werden dafür allerdings auch bereits ab dem ersten Tag nach A3 bis A8 mit Zulage des Bundesbesoldungsgesetzes bezahlt.
Aufgrund dieser frühen Einkünfte sind sie im Vergleich zu ihren zivilen Kommilitonen meist auch viel früher und umfangreicher abgesichert, selten jedoch hochwertig oder angemessen. Häufig werden Verträge von Ausschließlichkeitsvertretern vermittelt. Ein Makler mit Zielgruppenwissen kann hier in der Regel leicht eine Besserstellung bewirken.

Markus Fischer ist Betreiber von meinefinanzklinik.de und betreut als Finanz- und Versicherungsmakler seit über einem Jahrzehnt Human- und Zahnmediziner, Apotheker & Co. Er ist unter anderem zertifizierter Fachberater Heilwesen (IHK) und Financial Consultant (Frankfurt School of Finance & Management).
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