Ist Ihr Unternehmen fit für die Zukunft? Wenn das mal so einfach wäre. In einer Branche, in der Sicherheit, Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit den Kern des Geschäftsmodells darstellen, ist nichts mehr, wie es war.
Der Stein, in welchen Vertriebsmodelle gemeißelt waren, zerbröselt vor unseren Augen. Das Tempo von Veränderungen ist rasant, die Halbwertszeit dessen, was „gilt“, ist im Sinkflug begriffen. Digitalisierungshype, Regulierungswahn und nicht zuletzt aufgeklärtere und wählerische Kunden machen allen Akteuren schwer zu schaffen. Als wären sinkende Courtagen und Provisionen bei steigenden Haftungszeiten nicht genug.
Entscheidend für die Bewältigung: das Mindset
Aus Unsicherheit heraus verhalten sich viele Marktteilnehmer passiv und abwartend, andere verfallen in operative Hektik, die einem zumindest das Gefühl gibt, aktiv zu sein. Einige verdrängen die kommenden Herausforderungen aus Angst, sie könnten fehlentscheiden, oder weil sie sich schlichtweg überfordert fühlen. In so manchem Team wird das Pfeifen im Walde lauter. Das beliebte „Think positive“ stößt definitiv an seine Grenze.
Das Gefühl, die Zukunft sei auf Treibsand gebaut, führt zu re-aktivem Denken und Handeln. Dies ergibt nur selten Sinn. Paradoxerweise ist es gerade die Nicht-Vorhersagbarkeit, die eine Riesenchance beinhaltet: Klärung, Bestandsaufnahme und nachfolgende Entwicklung der eigenen Version von Zukunft. Die Frage nach der eigenen Haltung wartet auf Antwort: So weitermachen wie bisher, oder einfach mal Bremsen, Ausschau halten und anschließend die Route neu berechnen?
Was hilft?
Zweifellos braucht es Mut, um sich für eine eigene Vision zu entscheiden, sowie Zeit und Geld in das Entwickeln zu investieren.
Was steht im Weg?
Die allgegenwärtige Angst vor Ungewissheit – unser biologisches Erbe – steht oft dagegen. Will man pro-aktiv statt re-aktiv in die Zukunft gehen, ist man gut beraten, sich zu allererst um das zu kümmern, worauf man zu 100 Prozent Einfluss hat: das eigene Mindset, sowie die innere Stabilität.
Stichwort: Gelassenheit – die wissenschaftliche Sicht
In unserer Branche herrscht enormer Druck auf dem Kessel. Gelassenheit als Begriff ruft hier und da Kopfschütteln hervor, weil er die unterschiedlichsten Assoziationen aufruft und auf den ersten Blick nicht kompatibel mit den Herausforderungen zu sein scheint. Dabei reicht die Bandbreite von teilnahmsloser, beinahe apathischer Passivität bis hin zu fernöstlich geprägten Vorstellungen vom entrückten Schweben über Allem.
Wissenschaftlich betrachtet, bezeichnet der Begriff einen Zustand aufmerksamer, nicht eingeengter Wahrnehmung, klarem Denken mit vollumfänglichem Zugriff auf bereits erworbene Fähigkeiten, sowie Handlungsbereitschaft, frei von emotionaler Aufladung. Jeder kennt diesen Zustand. Nun gilt es, ihn auf Belastungssituationen sicher übertragen zu können.
Die sogenannte Psychotonus-Skala nach Wagner ist ein präziser Wegweiser für die Selbststeuerung. Die Skala unterteilt innere Zustände in sieben unterscheidbare Stufen, von tiefer Ruhe (Stufe 1) bis zu eskalierendem Konflikt (Stufe 7).
Zwischen innerer Anspannung und emotionaler Aufladung
Gelassenheit im wissenschaftlichen Sinne befindet sich auf Stufe 4. Das Gegenteil von handlungsbereiter Gelassenheit ist innere Anspannung (Stufe 5) und emotionale Aufladung (Stufe 6). In diesem Zustand hat der „Autopilot“ die Steuerung übernommen und man läuft nahe am Alarmzustand (Stufe 7).
Viele haben sich an diesen Zustand gewöhnt, dass dieser kaum mehr bemerkt wird. Die Gesundheitsrisiken dauerhafter mental-emotionaler Hochbelastungen sind gerade in unserer Branche hinreichend bekannt.
Das Problem: So sinnvoll diese Überlebensmechanismen der Stufen 5 bis 7 in existenzbedrohenden Gefahrensituationen auch sind, für die Entfaltung von Kreativität, Motivation und Tatkraft für die Gestaltung der Unternehmenszukunft sind sie pures Gift. Sie engen das Denken und Wahrnehmen ein, automatisierte Bewertungen (Autopilot) führen zu impulsiven Handlungen und Schnellschüssen. Von störanfälligerer Kommunikation im Team ganz zu schweigen.
Kann man Gelassenheit willentlich ad hoc herbeiführen? Dieses zu lernen, ist Gegenstand des Trainings in Introvision.
Was ist Introvision?
Introvision ist der wissenschaftlich fundierte Weg zu handlungsbereiter Gelassenheit in stürmischen Zeiten. Ein Verdienst der Forschungsgruppe Introvision (Leitung: Prof. Dr. A.C. Wagner, Uni Hamburg) ist es, den Begriff „Gelassenheit“ zu schärfen, zu beschreiben und somit für jedermann im Alltag zugänglich zu machen. Soviel ist klar: Gelassenheit als persönliche Quelle erfolgreichen Handelns im Changemanagement ist das genaue Gegenteil von Gleichgültigkeit.
Die Anfänge von Introvision gehen auf die 70er Jahre zurück. Seit dieser Zeit wird introvisionsbasierte Beratung und Selbstcoaching an der Uni Hamburg weiterentwickelt und empirisch begleitet. Die Ergebnisse sprechen für sich, man kann sie auf der Website des Vereins Introvision nachlesen.
Die Grundlagentechnik des Konstatierenden Aufmerksamen Wahrnehmens (KAW) ist das Hauptwerkzeug der Introvision. Mit KAW sind AnwenderInnen verhältnismäßig schnell in der Lage, innere Anspannung zu erkennen und können sich bei Bedarf ad hoc selbst herunter regeln. KAW lernt man an zwei Tagen und durch eigenständiges Üben.
Welches Ergebnis bringt die Anwendung von KAW?
Wendet man KAW im Alltag an, beeinflusst man Grad der Gelassenheit positiv, beispielweise in Situationen, in denen man üblicherweise an die Decke gehen würde, oder in denen man ängstlich agiert, oder wenn die Gedanken sich unproduktiv im Kreis drehen. Man kann seine Fähigkeiten wieder abrufen, klares und entscheidungsfähiges Denken sind weiterhin möglich, denn Gelassenheit und Anspannung schließen sich gegenseitig aus.
Die klare Struktur des Lernwegs, sowie die parallele Anwendung und Übung im Alltag machen KAW und Introvision zu einem effektiven Werkzeug für das produktive Bewältigen von Komplexität und Unsicherheit.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten von KAW und Introvision
Über den Autoren
Uwe Riebling ist Trainer und Coach für die Versicherungsbranche. Er ist Introvisionsberater, zertifiziert durch die Uni Hamburg und bietet folgende Maßnahmen an:
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