Von Finanzierung bis Versicherungsschutz

Per Unternehmensnachfolge in die Selbstständigkeit

Die Wege in die Selbstständigkeit und zum eigenen Unternehmen sind vielfältig. Neben der eigenen Gründung oder dem Einstieg in ein Franchise-System stellt die Unternehmensnachfolge einen dritten Weg dar. Worauf es dabei ankommt, erfahren Sie hier.
© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Symbolische Schlüsselübergabe: Vor einer Firmenübernahme sind viele Punkte zu bedenken.

Die eigentümergeführten Familienunternehmen in Deutschland erwirtschaften laut Online-Portal Statista rund die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Betriebe in Deutschland. Und bis zum Jahresende 2020 suchten, so die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), rund 227.000 von ihnen einen Nachfolger.

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Für den Unternehmensübergang kommt neben einer familieninternen Lösung auch die Übergabe an einen externen Käufer in Betracht, der das Geschäft weiterführt. Oder es greift die betriebsinterne Variante, bei der ein Mitarbeiter die Nachfolge antritt.

Versicherungsmakler können hier als erster Ansprechpartner bei allen Varianten eine wichtige Funktion rund um den Versicherungsschutz übernehmen: von der Betriebshaftpflichtversicherung über die persönliche Absicherung bis zur betrieblichen Altersversorgung für die Mitarbeiter.

Fehlendes Wissen erwerben

Das notwendige unternehmerische und betriebswirtschaftliche Wissen für eine Nachfolge müssen sich viele angehende Unternehmer erst aneignen. Das können sie beispielsweise in einem Existenzgründerseminar erwerben, wie sie etwa die Industrie- und Handelskammern anbieten. Unternehmensberater, die sich auf Existenzgründer oder Unternehmensnachfolger spezialisiert haben, geben ihr Wissen ebenfalls in entsprechenden Kursen weiter.

Die Finanzierung klären

Neben der fachlichen Qualifikation kommt der Finanzierung eine große Bedeutung bei der Nachfolge zu. Während eine Unternehmensgründung oft mit geringerem Finanzierungsbedarf einhergeht und dann über die Jahre organisch mit steigendem Umsatz wächst, muss bei einer Übernahme in der Regel gleich ein größerer Kaufpreis bezahlt werden. Der Kapitalbedarf ist damit von Beginn an höher.

Förderprogramme nutzen

Darlehen über ein Kreditinstitut sind eine Möglichkeit, die Unternehmensnachfolge zu finanzieren. Allerdings gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten sowie zinsgünstige Darlehen, zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bundesweit unterstützt die Bankengruppe Nachfolger und ihre Projekte. Zudem bieten Förderinstitute der jeweiligen Bundesländer ebenfalls Programme zur Finanzierung der Unternehmensnachfolge an.

Eine weitere Alternative stellt das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dar. Unter anderem kann hier das Honorar für Unternehmensberater, die für dieses Programm zugelassen sind, teilweise übernommen werden. Bevor jedoch über die Höhe der Finanzierung nachgedacht wird, muss der interessierte Nachfolger den Kapitalbedarf kennen. Der berechnet sich aus dem Kaufpreis, den Nebenkosten und notwendigen Investitionen in das Unternehmen.

Wie man ein passendes Unternehmen findet

Wenn sich in dem eigenen Unternehmen oder in der Familie keine Möglichkeit zur Übernahme eines Betriebes findet, kann die externe Nachfolgeregelung in Angriff genommen werden. Das Bundeswirtschaftsminsterium stellt beispielsweise zusammen mit anderen Partnern auf seiner Nachfolgebörse „Nexxt Change“ Kaufgesuche und Verkaufsangebote ein. Ebenfalls gute Aussichten fündig zu werden, bieten die Handwerkskammern. Bei der Recherche im Internet stoßen Interessenten auch auf private Börsen, wie die „Deutsche Unternehmerbörse (DUB)“, „Kern“ oder „Stabwechsel“. Daneben gibt es je nach Branche spezielle Foren im Internet etwa für Mediziner, Steuerberater oder Handwerker. Auch in spezialisierten Zeitungen oder Magazinen suchen Unternehmer per Inserat einen Nachfolger.

Übernahme genau prüfen

Ob das Unternehmen wirklich zu den Vorstellungen des künftigen Firmenchefs passt, gilt es durch das Aufstellen eines Business- beziehungsweise Fortführungsplans genau zu prüfen. Danach kann der für beide Seiten faire Kaufpreis festgesetzt werden. Bei all dem ist es wichtig, jederzeit respektvoll miteinander umzugehen. Insbesondere der Unternehmer, der einen Nachfolger sucht, möchte sichergehen, dass sein Lebenswerk in fähige und gute Hände übergeben wird.

Verkauf von Versicherungsbeständen

Möchte nun ein Versicherungsmakler selbst sein Unternehmen oder seinen Bestand verkaufen oder sucht ein junger Makler Bestände, die er übernehmen kann, können hier unter anderem Pools ein Ansprechpartner sein. Sie können kauf- und verkaufswillige Makler zusammenbringen. Unabdingbar für eine Bestandsveräußerung ist in der Regel jedoch, dass die kompletten Kunden- und Vertragsdaten digital vorliegen.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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