Vermittler-Studie

40 Prozent sind unzufrieden

Viele gebundene Vermittler sind unzufrieden mit ihrer Versicherungsgesellschaft. Das geht aus einer Studie des Netzwerks unabhängiger Berater für die finanzdienstleistende Wirtschaft Advila hervor. Dabei wurden 40.000 Vermittler aus den Ausschließlichkeitsorganisationen der Finanz- und Versicherungsbranche befragt.

Das Ergebnis: Fast 60 Prozent der gebundenen Vertreter sind insgesamt so zufrieden mit ihrer Gesellschaft, dass ein Wechsel nicht in Frage kommt. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch, dass 40 Prozent der Befragten mit dem Gedanken an einen Wechsel spielen. 67 Prozent der befragten Vertreter sagen zudem, dass sich das Verhältnis zu ihrer Gesellschaft in den letzten Jahren verschlechtert hat und der Umsatzdruck deutlich gestiegen ist.

Vom AOler zum Makler

Wenn sie wechseln würden, möchten 50 Prozent der Befragten künftig als Makler arbeiten, 12,9 Prozent als Mehrfachagent, 13,7 Prozent als Honorarberater. 23,4 Prozent würden weiterhin in der Ausschließlichkeitsorganisation (AO) bleiben, aber zu einem anderen Versicherer wechseln.

Auf die Frage nach den Gründen, die sie bei ihrer Gesellschaft halten, nannten die meisten Geld: 96 Prozent der wechselbereiten Vermittler fürchten finanzielle Einbußen, wenn sie ihren Produktanbieter verlassen. Der zweithäufigste Grund ist mangelndes Wissen über Konkurrenzprodukte und Möglichkeiten, den Wechsel professionell umzusetzen: Das gaben 87 Prozent der Wechselwilligen an (Mehrfachnennungen waren möglich).

Bisher blieben AOler fast 13 Jahre bei ihrem Versicherer

Doch neben finanzieller Sicherheit, kalkulierbaren Provisionseinnahmen und einer genauen Produktkenntnis sehen die Befragten auch andere Vorteile ihres AO-Vermittlerstatus. Dazu zählen sie Haftungsübernahme, eine hohe Kundenbindung an das Unternehmen, den vorhandenen Kundenbestand, Altersversorgung/Vertreterversorgung, bezahlte Aus- und Weiterbeildung sowie den Markennamen des Versicherers.

Für den Maklerstatus sprechen aus Sicht der gebundenen Vertreter höhere Provisionen, ein eigener Bestand, eine größere Produktauswahl, der Marktüberblick, die Unabhängigkeit, der fehlende Umsatzdruck, ein höheres Ansehen beim Kunden sowie eine stärkere Kundenbindung durch den Makler- oder den Dienstleistungsvertrag und die Möglichkeit zu Nachfolgeregelungen, Generationenwechsel und vielen Gesellschaftsformen wie GmbH, AG oder ähnliches.

Die hohe Wechselbereitschaft scheint ein recht neuer Trend bei AO-Vertretern zu sein. Denn bisher waren die gebundenen Vermittler überwiegend treue Vertriebspartner. So blieben sie laut der Studie im Schnitt 12,5 Jahre bei ihrer Gesellschaft.

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