Vor allem in der Kompositbranche sind Insurtechs erfolgreich. Ihre Zielgruppe: junge Leute, die eigentlich keine Lust auf Versicherungen und Papierkram haben. Aber darunter leidet auch die Qualität, wie eine Untersuchung des Analysehauses Franke und Bornberg zeigt. „Die Produkte mancher Insurtechs fallen schlichtweg in der Qualitätsprüfung durch“, heißt es dort. Geprüft haben die Analysten die Angebote von Adam Riese, Getsafe, Helden.de, Lemonade, Neodigital und One.
Die neuen Start-ups fügen laut den Analysten – anders als ihre etablierten Mitwettbewerber – nicht stetig neue Leistungen zu ihrem Katalog hinzu. Gerade in der Privathaftpflichtversicherung fehlten so häufig etablierte Standards wie:
Die Devise der Insurtechs: smart, einfach, verständlich. Alles soll anders sein als bei klassischen Versicherern. Die reduzierten Leistungen rechtfertigen sie laut Franke und Bornberg damit, dass so Anträge und Schadenfälle schneller bearbeitet werden können. „Doch ganz so einfach ist es leider nicht“, urteilen die Analysten. „Durch verständliche Sprache und schlanke Abschlussprozesse kann Verbrauchern eine reduzierte Produktqualität schnell aus dem Blick geraten.“
Zudem könnten durch geringe Limits das Kundenvertrauen in die Privathaftpflicht oder Versicherungsschutz im Allgemeinen leiden. „Daher setzen auch längst nicht alle neuen Anbieter auf diese Ausdünnungs-Strategie, sondern setzen auf unkomplizierte Abwicklung plus Qualität, wie man am Beispiel von Helden.de sieht“, so die Experten.
„Unkomplizierte Schadenabwicklung ist sicher ein Wert für sich, aber Verbrauchern muss vorher klar sein, wenn der Preis dafür Einbußen in der Leistungserstattung ist“, schlussfolgert Franke und Bornberg. Dennoch hätten Insurtechs ein „unerschöpfliches Potenzial für disruptive Ideen in der Privathaftpflicht“ – und klassische Anbieter bekämen das zu spüren.
„Wenn Produktentwicklung nur auf Verbesserung von Qualität und Leistung abzielt, entsteht ein Vakuum. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Qualität so hoch, dass ein Produkt für zu wenige Kunden erschwinglich ist – das Beispiel Berufsunfähigkeit lässt grüßen.“ Für die Zukunft der Branche bedeute das: „Der Kampf um Kunden nimmt gerade erst richtig an Fahrt auf“, so die Analysten.
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