Kolumne

Diese Themen sind Türöffner für die Generation Y

Die Kfz-Versicherung als Türoffner zur jungen Generation ist abgemeldet. Heute interessiert sich die Generation Y für andere Themen, als das erste eigene Auto. In der neuen Kolumne der Generation-Y-Experten Stephan Busch, Claudia Roch und Tom Wonneberger, erfahren Sie, mit welchen Themen Sie bei Millenials landen können.
© Thomas Schlorke
Stephan Busch, Claudia Roch und Tom Wonneberger (v.l.) sind Versicherungsmakler bei der Progress Finanzplaner in Dresden.

Früher kamen junge Leute durch die Agenturtür und wollten eine Kfz-Versicherung für ihr erstes Auto. Da schwang Stolz und Unabhängigkeit mit: Endlich das erste Auto. Ich kümmere mich selbst um meine Finanzen!

Das Auto und damit die Kfz-Versicherung haben nicht mehr die höchste Priorität für die Generation Y. So zeigte eine Umfrage der Markenberatung Prophet zum Thema „Welche Rolle spielt das Auto in Ihrem Leben“ aus 2015, dass das Interesse am eigenen Auto schwindet. 37 Prozent gaben damals an, dass ihnen „qualitativ hochwertige Computer, Laptops und Smartphones wichtiger als ein eigenes Auto“ seien. 31 Prozent können sich gar ein Leben ganz ohne eigenes Auto oder ohne Führerschein vorstellen. Dagegen werden Carsharing und andere Mobilitätskonzepte immer beliebter. Sicher, es gibt ein Stadt-Land-Gefälle. Aber der allgemeine Trend ist deutlich.

Wenn also die Kfz-Versicherung als Türöffner immer mehr an Bedeutung verliert, was tun?

Megatrend Nachhaltigkeit

Wir haben das Thema Nachhaltigkeit und Generation Y ja bereits in einem vorigen Beitrag bearbeitet. Themen wie der Großbrand in Australien nach einer der schlimmsten Dürrestrecken seit der Wetteraufzeichnung, plagt die Generation Y und Z. Es ist unumstritten, dass dies eine Auswirkung des Klimawandels ist.

Positionieren Sie sich hier als Experte. Bieten Sie nachhaltige Versicherungs- und Finanzprodukte an. Machen Sie ihren Maklerbetrieb nachhaltig. Berichten Sie über nachhaltige Versicherungslösungen in ihren Kanälen. Engagieren Sie sich bei den Entrepreneurs for Future. Unterstützen Sie lokale Nachhaltigkeitsinitiativen.

Contentmarketing

Junge Menschen beschäftigen sich mit ihren Finanzen, wenn sie es müssen. So könnte man eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge von 2019 zusammenfassen. Anlass sind danach konkrete Anlässe wie Steuererklärung (38 Prozent), Nebentätigkeiten (26 Prozent), Anschaffungen wie Handy oder Tablet (26 Prozent), Berufseinstieg (22 Prozent) und Bafög-Antrag (21 Prozent).

Interessanterweise liegt das Thema „Interesse an Altersvorsorge“ auf Platz 2 mit 27 Prozent. Auch „Neugierde“ liegt mit 23 Prozent auf einem respektablen sechsten Platz. Besser könnte es gar nicht sein: Allgemein interessierte Menschen und konkrete Themen.

Bieten Sie hier gut aufbereitete und leicht verständliche Informationen an. Dabei spielt es keine Rolle, ob geschrieben (Blog), gesprochen (Podcast oder Vlog/Video). Die Aufklärung sollte möglichst neutral und anbieter- sowie produktunabhängig sein, um Vertrauen aufzubauen. Zeigen Sie klare Lösungen und Handlungen am Ende auf. Machen Sie es Ihrem jungen Publikum leicht, Sie anschließend zu kontaktieren und ein Gespräch zu vereinbaren. Übrigens: „Werbung zu Finanzprodukten“ liegt mit 7,5 Prozent abgeschlagen auf dem 22. Platz.

Altersvorsorge

Drei Zahlen hierzu aus der aktuellen Metallrente Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen 2019“:

  • 86 Prozent sind überzeugt, dass eigenständige Altersvorsorge notwendig ist
  • 68 Prozent fürchten, im Alter nur eine geringe Rente zu bekommen
  • 32 Prozent der Jugendlichen legen regelmäßig Geld fürs Alter zurück

Das ist eine auf den ersten Blick erstaunliche Diskrepanz. Dafür gibt es zwei wesentliche Ursachen: wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Erkenntnis, über zu wenig Wissen zu verfügen. So gaben 70 Prozent der Befragten an, nicht sparen zu können, weil das ganze Geld zum Leben drauf geht. 71 Prozent der Befragten gaben an, sich nicht oder schlecht zum Thema Altersvorsorge auszukennen. 92 Prozent wünschen sich verständliche Informationen zum Thema Altersvorsorge.

An beiden Punkten können Sie ansetzen. Bieten Sie (wie oben gezeigt) gut aufbereitete und leicht verständliche Informationen an. Bieten Sie die Möglichkeit, die eigenen Rentenansprüche herauszufinden – etwa über einen Online-Rechner. Erläutern Sie nachvollziehbar, ab wann Altersvorsorge überhaupt sinnvoll ist.

Helfen Sie den jungen Menschen, ihre Ausgabensituation zu verbessern. Zeigen Sie Wege für Sparpotenziale auf und machen Sie so Mittel frei. Seien Sie nicht lediglich Vermittler eines Vertrags, sondern Problemlöser.

Über die Autoren

Stephan Busch, Claudia Roch und Tom Wonneberger sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner aus Dresden https://www.progress-dresden.de

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Autor

Stephan Busch und Tom Wonneberger sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner aus Dresden.

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