Gehaltserhöhung

Allianz-Aufsichtsräte wollen mehr Geld

Da das Jahr 2019 für die Allianz so gut verlief wie noch kein anderes Jahr in der Geschichte, wollen sich die zwölf Aufsichtsräte ihre Festvergütungen um jeweils 20 Prozent erhöhen. Das soll auf der dann vermutlich virtuell stattfindenden Hauptversammlung am 6. Mai beschlossen werden.
© dpa/ picture-alliance/ Sven Hoppe
Aufsichtsratsvorsitzender Michael Diekmann (links) und Vorstandschef Oliver Bäte vor Beginn der Hauptversammlung der Allianz 2018 – damals wurde bereits eine Gehaltserhöhung für den Aufsichtsrat in Höhe von jeweils 25 Prozent beschlossen.

Während in Deutschland derzeit viele Menschen um ihre Existenz bangen, wollen sich die zwölf Aufsichtsräte der Allianz eine 20-prozentige Gehaltserhöhung verordnen. Medienberichten zufolge soll das auf der Hauptversammlung am 6. Mai beschlossen werden. Das gehe aus Tagesordnungspunkt 6 hervor.

Aufsichtsratschef Michael Diekmann würde dann statt 250.000 Euro wie bisher 300.000 Euro pro Jahr erhalten. Für seine Stellvertreter Jim Hagemann-Snabe und Gabriele Burkhardt-Berg würde das eine Erhöhung von 187.500 Euro auf 225.000 Euro im Jahr bedeuten. Die neun weiteren Aufsichtsräte, sechs davon aus den Reihen der Arbeitnehmer, bekämen 150.000 statt 125.000 Euro jährlich.

Fast 12 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2019

Als Rechtfertigung für das Plus heiße es in der Einladung zur Hauptversammlung: „Angesichts der Größe, Komplexität und der nachhaltigen Leistung der Allianz orientiert sich die Höhe der Vergütung für den Aufsichtsrat am vierten Quartil der Aufsichtsratsvergütungen von Vergleichsunternehmen“.

Zudem werde die Geschäfts- und Finanzlage der Allianz angeführt. Im vergangenen Jahr sei mit rund 11,9 Milliarden Euro das höchste operative Ergebnis der Konzerngeschichte sowohl bei Sach- als auch bei Lebens- und Krankenversicherungen sowie in der Vermögensverwaltung erzielt worden. Bereits von zwei Jahren habe sich der Aufsichtsrat mit ähnlicher Begründung eine Gehaltserhöhung von damals 25 Prozent genehmigt.

Virtuelle Hauptversammlung?

In welcher Form die Hauptversammlung überhaupt stattfinden soll, wird wohl in den kommenden Tagen entschieden. Eine Präsenzveranstaltung ist angesichts der aktuellen Corona-Pandemie unwahrscheinlich. Waren in den vergangenen Jahren weit über 3.000 Aktionäre in der Münchener Olympiahalle zusammengekommen, verlegt sich das Treffen nun vermutlich in die virtuelle Welt.

Die Bundesregierung hatte dafür mit einer Regeländerung für Hauptversammlungen die Weichen gestellt, um in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr solche Menschenmengen umgehen zu können.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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