GDV-Umfrage

Versicherungsbetrug nimmt durch Corona-Krise zu

Im privaten und auch im gewerblichen Bereich stellen die Versicherer aktuell vermehrt Betrügereien fest. Als Grund nennt der Versicherungsverband GDV die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Jeder zehnte Versicherungsfall ist laut einer aktuellen GDV-Analyse zumindest dubios. Dabei zeigten sich auch neue Betrugsformen.
Versicherungsbetrug nimmt durch Corona-Krise zu
© GDV
6 Prozent, der in einer Umfrage des GDV befragten Personen, hat eine Versicherung bereits einmal betrogen.

Bisher nicht verkaufte Sommerware, die bei einem angeblichen Einbruch gestohlen wurde, oder vermeintliche Schäden am neuen Fernseher gehören zu den häufigsten gemeldeten Schäden bei den Versicherern, die als besonders dubios gelten. So konnten die Sommertextilien in Wahrheit einfach nicht verkauft und die Raten des per Kredit finanzierten TV-Geräts nicht mehr aufgebracht werden.

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Es gibt Hinweise darauf, dass betrugsverdächtige Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen“, stellt Rüdiger Hackhausen, Experte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), fest. Sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich zeige sich diese Tendenz, so Hackhausen. Er glaubt, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vermehrt zu Betrugsversuchen führten. Die Versicherungsbranche sei darauf allerdings vorbereitet, sagt der Experte.

Jeder zehnte Betrugsfall sei derzeit dubios, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Auftrag des GDV. 10Prozent der Befragten gaben demnach zu, entweder schon einmal einen Versicherungsbetrug begangen zu haben (6 Prozent) oder konkret von einem Versicherungsbetrug zu wissen (4 Prozent).

Verständnis für Versicherungsbetrug gering

Insgesamt ist die Akzeptanz für Versicherungsbetrug laut Umfrage jedoch gering. Nur jeder zehnte Befragte meint, dass es sich um ein Kavaliersdelikt handelt; nur 13 Prozent aller Befragten haben Verständnis dafür, wenn Geld bei einer Versicherung erschlichen wird.

Während sich die Motive für einen Betrug in den Jahren kaum verändert haben, gelte das für die Methoden nicht. Internet und Digitalisierung würden zu neuen Betrugsformen führen und die Täter würden einfacher an Informationen gelangen. Mit wenigen Klicks könne man in Internetforen herausfinden, wie ein angeblicher Schaden so glaubhaft wie möglich formuliert werden könne. Auch Fotos zu manipulieren, sei heute viel einfacher.

„Die Betrugsabwehr der Versicherer hat darauf reagiert, beispielsweise durch die Weiterentwicklung von Software zur Erkennung von Betrugsindizien oder den Einsatz speziell geschulter Mitarbeiter“, betont Hackhausen. Die Bildforensik gewinne bei der Betrugsabwehr immer mehr an Bedeutung. „Die Versicherer können beispielsweise die Metadaten auswerten und erkennen, ob ein Foto manipuliert wurde“, so der Experte des Versicherungsverbands.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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