GDV-Naturgefahrenbilanz 2020

Saarland ist erneut Unwetterhochburg

Das Saarland wird von Unwettern nicht verschont – im Gegenteil, im vergangenen Jahr war es erneut am heftigsten von allen 16 Ländern betroffen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Schadenhäufigkeit lag bei rund 55 Meldungen je 1.000 Sachversicherungsverträge – im bundesweiten Vergleich sind es 22 Schadenmeldungen.
© picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt
Schäden an einem Haus und Auto durch Sturm „Sabine“ im Februar 2020: Der Klimawandel sorgt für immer heftigere Unwetter.

Der Klimawandel sorgt für immer häufigere und stärkere Unwetter – auch in Deutschland. 2020 traf es erneut das Saarland besonders heftig: Mit 54,9 Schadenmeldungen je 1.000 Sachversicherungsverträge lag es weit über dem bundesweiten Durchschnitt (22 Meldungen). Das zeigt die aktuelle regionale Naturgefahrenbilanz des Branchenverbands GDV.

Tatsächlich steigerte sich das kleine Bundesland in Sachen Schadenmeldungen sogar um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – so verursachten Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren wie Starkregen im Saarland Schäden in Höhe von 43 Millionen Euro. In der GDV-Bilanz enthalten sind Schäden an Häusern und Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie erstmalig auch Schäden an Kraftfahrzeugen.

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Deutschlandweit schlugen Naturgefahren im vergangenen Jahr für die Versicherer mit 1,95 Milliarden Euro zu Buche. Damit lagen sie zwar deutlich unter dem prognostizierten Wert von 3,80 Milliarden Euro. Allein auf die Sachversicherung entfielen dabei jedoch 1,60 Milliarden Euro, davon 300 Millionen Euro für weitere Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser. Die Kfz-Versicherer leisteten rund 350 Millionen Euro.

Dazu sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen: „2020 war erfreulicherweise ein deutlich unterdurchschnittliches Naturgefahrenjahr. Das lag vor allem daran, dass schwere Hagelereignisse und im Herbst schwere Stürme ausgeblieben sind.“ Die höchsten Schäden habe es in den beiden einwohnerstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (422 Millionen Euro) und Bayern (415 Millionen Euro) gegeben. Am niedrigsten waren mit 6 Millionen Euro die Schäden in Bremen.

Unwetter „Sabine“ auf Platz 7 der schwersten Winterstürme

Dabei war es laut dem GDV vor allem der Wintersturm „Sabine“ im Februar 2020, der die Bilanz deutlich nach oben zog. Er allein verursachte Schäden in Höhe von 675 Millionen Euro – und landet damit auf Platz 7 der schwersten Winterstürme in Deutschland seit 2002.  

Allein die Sachversicherer kostete das Unwetter rund 600 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der folgenschwerste Sturm in dieser Schadenstatistik ist „Kyrill“ (2007) mit mehr als 3 Milliarden Euro versicherten Schäden, gefolgt von „Jeanette“ (2002) mit 1,4 Milliarden Euro sowie „Friederike“ (2018) mit 1,15 Milliarden Euro. „Das hat erneut gezeigt, dass ein einziger Sturm mehr als ein Drittel des Gesamtschadens verursachen kann“, kommentiert Asmussen die Zahlen.

Weiterhin Nachholbedarf bei der Absicherungsdichte

Der GDV gibt in seiner Bilanz aber auch zu verstehen, dass der tatsächliche Schaden durch Naturgefahren wohl unentdeckt noch höher liegt. Der Grund: Nicht alle Häuser sind komplett versichert. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert seien, fehle knapp 10 Millionen Hausbesitzern der Schutz vor Elementargefahren wie Starkregen oder Hochwasser, schreibt der GDV.

„Es ist erfreulich, dass inzwischen fast die Hälfte der Gebäudebesitzer Schutz vor weiteren Naturgefahren haben. Aber für die anderen gilt, dass sie ihren Versicherungsschutz überprüfen und anpassen sollten“, sagte Asmussen. Die Versicherungsdichte für Elementarschäden liegt bundesweit bei 46 Prozent – es besteht also bei mehr als jedem zweiten Wohnungseigentümer noch Nachholbedarf.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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