Verweis auf britische Studie

Verbraucherzentrale drängt auf Provisionsverbot in Deutschland

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat bekräftigt, sich für ein Provisionsverbot in Deutschland einzusetzen. Mit Verweis auf den aktuellen Fortschrittsbericht der britischen Finanzaufsicht erklärte der VZBV, dass ein Provisionsverbot in Großbritannien Wirkung erzielt habe. Hingegen sei die Qualität der Anlageberatung in Deutschland „nachweislich schlecht“. Deshalb brauche es auch in Deutschland „dringend ein Provisionsverbot“.
© VZBV
Dorothea Mohn leitet das Team Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Der aktuelle Fortschrittsbericht zum Financial Advice Market Review (FAMR) der britischen Finanzaufsicht zeige, dass „ein Provisionsverbot wirkt“, erklärt der VZBV. Sowohl die Beratungsqualität als auch das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzberatung würden im Vereinigten Königreich zunehmen. Das Land hat im Jahr 2013 ein Provisionsverbot für Anlageberatungen zugunsten einer Honorarberatung eingeführt.

Mehr zum Thema

Viele Standmitteilungen von Versicherern sind schlecht

Ein Viertel der untersuchten Standmitteilungen hätten nicht einmal die gesetzlichen Vorgaben vollständig erfüllt. Es fehlten…

Altersvorsorge muss einfacher werden

Vor kurzem stellte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales der Referentenentwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz vor. Der…

Verbraucherschützer fordern Ende der Provisionsberatung bis 2023

Am 8. März wird das zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz (2. FiMaNoG) in einer öffentlichen Anhörung im Bundestag…

„Beratung ist nie kostenlos. Im Gegensatz zur Finanzierung durch Provisionen steht bei einer Beratung auf Honorarbasis aber das Kundeninteresse im Mittelpunkt“, sagt Dorothea Mohn vom VZBV. Das sei wichtig, so Mohn, „damit Verbraucher passende Produkte empfohlen bekommen“.

Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigten unter anderem, „dass unabhängige Beratung für alle Verbraucher bezahlbar gemacht werden kann“. So lobte der VZBV, dass britische Arbeitgeber die Kosten für die Beratung ihrer Angestellten steuerlich geltend machen dürfen oder dass Verbraucher „eine unabhängige Beratung aus ihren Rentenansprüchen“ finanzieren könnten.

„Den größten Effekt erhofft sich die Aufsicht aber vom steigenden Verbrauchervertrauen“, erklären die Verbraucherschützer im Hinblick auf die Studie. Bisher habe der Mangel an Vertrauen dazu geführt, dass viele Verbraucher überhaupt keine Beratung in Anspruch genommen hätten.

Die Behörden Financial Conduct Authority (FCA) und HM Treasury (HMT) haben den FAMR im März 2016 erstmals veröffentlicht. Ziel ist demnach, die Wirkung des Provisionsverbots in Großbritannien zu bewerten.

Die Eckpunkte der Studie hat der VZBV hier zusammengefasst.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia