Verbraucherschützer zur IDD-Verschiebung

„Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass keine Regelungslücke entsteht“

Der Bund der Versicherten (BdV) sieht die Verschiebung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD kritisch. Sie berge „ungeklärte Rechtsfolgen“ für Verbraucher, finden die Verbraucherschützer. Was genau der Gesetzgeber laut BdV nun ändern sollte, das lesen Sie hier.
© dpa/picture alliance
Europa-Flaggen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel: Die IDD-Richtlinie wird verschoben; der BdV ist kritisch.

Die EU-Kommission entschied Ende 2017, dass die IDD-Richtlinie doch erst im Oktober 2018 scharf geschaltet wird. Dennoch sind die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, die notwendigen Gesetze zur nationalen Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie fristgerecht zu verabschieden.

Mehr zum Thema

IDD-Start wird offenbar verschoben

Die Europäische Kommission will offenbar den Startschuss für die Gültigkeit der EU-Richtlinie IDD nach hinten…

Wie verbindlich ist der Stichtag für den IDD-Start?

Hier geht es zum Artikel.

Verschiebung der IDD betrifft Deutschland nicht

Am 20. Dezember 2017 hat die EU-Kommission beschlossen, die Anwendung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD auf den…

Deutschland hat das schon getan. Der Bundestag hatte das IDD-Umsetzungsgesetz noch vor Ende der Legislaturperiode im vergangenen Herbst verabschiedet. Aber: Zwei Verordnungen müssen noch fristgerecht novelliert werden, die die neuen Produktinformationsblätter sowie neue Pflichten der Versicherungsvermittler regeln.

„Die zuständigen Ministerien müssen bis zum 22. Februar die Versicherungsvermittlungsverordnung und die VVG-Info-Verordnung erlassen, damit die fristgerechte IDD-Umsetzung sichergestellt ist“, so Constantin Papaspyratos, Leiter der Stabsstelle der Verbraucherschutzorganisation beim Bund der Versicherten.

Für eine rechtsverbindliche Verschiebung der IDD-Anwendung in Deutschland müsste dagegen das deutsche Umsetzungsgesetz geändert werden, um Rechtslücken zu verhindern, so der BdV.

„Sollte der Deutsche Bundestag eine Verschiebung beschließen, was wegen des notwendigen Abwartens des EU-Gesetzgebungsverfahrens erst nach dem 23. Februar möglich wäre, würde IDD wie ursprünglich vorgesehen in Kraft treten, um dann bis zur endgültigen Anwendung der Richtlinie im Oktober aufgehoben zu werden“, heißt es in einer aktuellen BdV-Pressemitteilung.

Eine weitere ungeklärte Rechtsfolge könne aus dem Zeitfenster für die Anwendung entstehen:

Die Verbraucherschützer stellen sich die Frage, was passieren würde, wenn gerade in dieser Zeit der ersten Anwendung von IDD ein Verstoß gegen eine der Normen der Richtlinie festgestellt würde: „Bliebe dieser Verstoß dann folgenlos nur wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung der Anwendung der Richtlinie?“ Der Gesetzgeber müsse dringend dafür Sorge tragen, dass keine Regelungslücke entsteht, appelliert Papaspyratos.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia