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Von gut 81 Milliarden auf knapp 156 Milliarden Euro wird die Zinszusatzreserve (ZZR) der Lebensversicherer in den nächsten fünf Jahren steigen. Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenanalyst Carsten Zielke in seiner aktuellen „Versicherungsstudie 2020“.
Angesichts dieser Prognose warnt der Bund der Versicherten (BdV) vor ungeklärten Fragen bei der Finanzierung. „Alleine in 2020 müssen 15,3 Milliarden für die ZZR aufgebracht werden, in 2021 dann 14,1 Milliarden Euro. Bis 2024 hat sich der Reservepuffer schließlich um 75 Milliarden Euro erhöht“, heißt es am Dienstag in einer Pressemitteilung der Verbraucherschützer. Das sei in einem unveränderten Niedrigzinsumfeld kaum zu schultern, warnt BdV-Chef Axel Kleinlein – Unternehmen, denen dies nicht gelinge, würden zu einem Fall für den Sicherungsfonds.
Zum Vergleich: Der Sicherungsfonds „Protektor Lebensversicherungs-AG“ als Auffanggesellschaft hat laut BdV-Informationen derzeit 1,04 Milliarden Euro an Sicherungsvermögen inne, welches per Gesetz auf 2,08 Milliarden Euro erhöht werden könne. Inklusive „freiwilliger Selbstverpflichtung“ ließe sich dieses Not-Polster, wenn alle Unternehmen mitmachten, auf circa 10 Milliarden Euro erhöhen. „Alleine aber die zusätzlichen Gelder der ZZR für dieses Jahr übersteigen alles, was im Sicherungsfonds jemals ankommen wird“, warnt der Verband.
„Wir haben uns im letzten Jahr dafür starkgemacht, dass eine Entschärfung bei der ZZR eintritt. Doch die Lebensversicherer haben die dadurch gegebene Chance nicht genutzt, um glaubhafte Lösungen zu entwickeln.“
Ganz im Gegenteil, so der BdV-Mann: „Die Cheflobbyisten der Lebensversicherer tun weiterhin so, als hätten sie alles im Griff. Tatsächlich haben sie aber keine Ahnung, wie sie die zusätzlichen Reserve-Zuführungen der nächsten Jahre bezahlen sollen.“ Zu erwarten seien dann der Verkauf an eine Run-Off-Plattform oder die Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen über Protektor, so Kleinlein weiter.
Für solche Fälle fordere der BdV nun deshalb „bessere Wechselrechte für die Versicherten, damit diese eine Chance haben, den nötigen Versicherungsschutz bei einem anderen Versicherer aufrecht zu erhalten“, heißt es in der Pressemitteilung.
„Alleine die Existenz der Zinszusatzreserve ist eine Bankrotterklärung der Versicherungsbranche“, kritisiert Kleinlein. Finanziert werde sie, indem die Versicherer den Kunden Überschüsse vorenthielten, so der Vorwurf des Vorstandssprechers.
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