Umfrage zur Kapitalanlage

Nur ein Prozent der Bürger stufen sich als risikobewusst ein

Gut drei Viertel der deutschen Anleger (77 Prozent) sind wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ratlos, wo und wie sie ihr Geld noch sinnvoll anlegen können, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Neben Verlustängsten sei auch das Sicherheitsbedürfnis vieler Bundesbürger stark ausgeprägt, teilen die Macher der Umfrage mit.
© Targobank
Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen bezeichnen ihre persönliche Anlagestrategie laut der Umfrage als konservativ oder sicherheitsorientiert.

Die Niedrigzinsphase verunsichert die Deutschen zunehmend. So ist mehr als ein Drittel der Bundesbürger (36 Prozent) der Ansicht, dass ihre aktuelle Anlagestrategie wenig bis überhaupt nicht zum aktuellen Marktumfeld passt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Targobank.

Doch statt zu handeln, würden 67 Prozent der Befragten ihr Geld derzeit auf dem Konto „parken“ – und das „in dem unguten Bewusstsein, dass es dafür so gut wie keine Zinsen gibt“, teilt die Targobank mit.

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen bezeichnen ihre persönliche Anlagestrategie laut der Umfrage als konservativ (40 Prozent) bis sicherheitsorientiert (25 Prozent, siehe Grafik). Nur jeder zehnte Befragte beschreibt seine Anlagestrategie mit gewinnorientiert (8 Prozent) beziehungsweise risikobewusst (1 Prozent).

Weiter zeigt sich, dass die Mehrheit der Befragten hinsichtlich der Renditeerwartung von Geldanlagen nicht mehr so anspruchsvoll ist, wie es noch vor einigen Jahren der Fall gewesen sein dürfte. So gelten Geldanlagen mit einer jährlichen Rendite zwischen 2 und 5 Prozent für die Mehrheit der Anleger als attraktiv, berichtet die Targobank.

Jeder vierte Anleger holt sich Rat in Fachzeitschriften

Ratlosigkeit herrscht laut der Umfrage auch beim Thema Informationsquellen zu Geldanlagemöglichkeiten vor. Obwohl diese stetig zugenommen hätten – insbesondere auch im Internet, wie es heißt – fühlt sich jeder dritte Anleger wenig gut (28 Prozent) bis überhaupt nicht gut (2 Prozent) informiert.

Die mit großem Abstand wichtigste Informationsquelle beim Thema Geldanlage ist demnach weiterhin der Bankberater, den 72 Prozent der Befragten nennen. Danach folgen Freunde, Bekannte und Familie (43 Prozent), dann erst Onlineangebote (37 Prozent), TV-Ratgeber (31 Prozent) und Fachzeitschriften (25 Prozent).

Hier geht es zu allen Umfrage-Ergebnissen im grafischen Überblick.

Quelle: Targobank

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Den Artikel von Karsten Seibel von Der Welt finden Sie hier.

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