Umfrage

Über 40 Prozent der Versicherer verschlafen Digitalisierungschancen

Viele Versicherer haben noch keine großen Schritte hin zu digitaleren Prozessen, Produkten und Vertriebswegen unternommen. Schade, meint die Unternehmensberatung EY Innovalue, denn damit vergäben die Unternehmen allerhand Potenzial mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, Vertriebswege oder Arbeitsweisen.
© picture alliance/dpa/Peter Kneffel
Amazon-Logo: Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Mehrheit der Befragten nicht glaubt, dass Big Techs wie Amazon in Deutschland bis 2021 Fuß gefasst haben werden.

Mehr als 40 Prozent der Versicherer haben 2019 keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende Initiativen in Sachen Digitalisierung umgesetzt. 38 Prozent liegen hier im Plan und jeder fünfte Versicherer hat seine Erwartungen übertroffen. Das hat eine Umfrage der Unternehmensberatung EY Innovalue unter rund 80 Vorständen und Führungskräften der Versicherungsindustrie ergeben. Die Nicht-Digitalisierer vergäben damit viel Potenzial mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, Vertriebswege oder Arbeitsweisen, heißt es von der Unternehmensberatung.

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„Zunehmender Wettbewerb durch internationale Tech-Giganten und ausgewählte Insurtechs in Verbindung mit unzureichenden eigenen Digitalstrategien sind weiterhin die größten Herausforderungen der Versicherungsbranche“, sagt Christian Mylius, Partner bei EY Innovalue. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten sich Versicherer, aber auch Vermittler oder Finanzvertriebe, „schnellstmöglich“ noch kundenzentrierter aufstellen und Kundenbedürfnisse beim Vertrieb, bei Produkten und Preisen erfüllen, so der Rat des Versicherungsexperten.

Gerade bei digitalen Produkten und Dienstleistungen müssten die Versicherer noch nacharbeiten. „Omnikanalstrategien sind für eine überzeugende und zukunftsfähige Kundenansprache unerlässlich, denn der Kunde will immer dort abgeholt werden, wo er sich gerade befindet, egal ob digital oder analog“, sagt Mylius. Etwa 50 Prozent der Befragten nutzen bereits Plattformen oder Ökosysteme für ihre Produkte und Services.

Keine große Angst vor Amazon & Co. 

Wie steht es um die Konkurrenzsituation? Fürchten die Versicherer Amazon, Google & Co.?  Laut Umfrage hält es nur jeder Fünfte für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich, dass Tech-Giganten hierzulande bis Ende 2021 signifikant Fuß fassen können – direkt oder über Beteiligungen. 60 Prozent halten das für sehr unwahrscheinlich oder unwahrscheinlich, 20 Prozent haben dazu keine Meinung.

In Sachen Insurtechs setzen die etablierten Versicherer eher auf Kooperation statt Konfrontation. Rund 40 Prozent der Befragten halten strategische Partnerschaften für das erfolgversprechendste Kooperationsmodell, knapp 37 Prozent bevorzugen eine selektive Zusammenarbeit. Beteiligungen mit Wagniskapital etwa befürworten nur rund 15 Prozent.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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Eine Antwort

  1. Das Interessante dabei ist ja: Bloß weil man sich etwas nicht vorstellen kann und es ignoriert, passiert die Realität trotzdem. Das ist eines unserer größten Probleme in unserer Branche, neben blindem Aktionismus. Ignoranz.

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