Umfrage

Corona-Pandemie vergrößert Sorge vor Altersarmut

Viele Bundesbürger schauen wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit und möglichen Firmen-Insolvenzen skeptisch auf ihre Absicherung im Alter. Insbesondere bei der gesetzlichen Rente erwarten sie Einbußen, zeigt eine aktuelle Umfrage.
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Ein Apotheke in München bietet Corona-Schnelltests an: Die Corona-Pandemie trübt den Blick auf die eigene Altersvorsorge bei vielen Bürgern ein.

Die Corona-Krise wirkt sich zunehmend auch im Bereich der Altersvorsorge auf das Stimmungsbild der Bürger aus. So ist der Altersvorsorge-Index des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) im Frühjahr 2021 gegenüber Herbst 2020 von -1,4 auf -2,0 leicht gesunken. Unter den Bundesländern ist die Stimmungslage zur Altersvorsorge am besten in Schleswig-Holstein und am schlechtesten in Brandenburg.

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Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage im Auftrag des DIVA, an der 2.000 Bürgerinnen und Bürger sowie über 800 Finanzberater teilgenommen haben. „Bei fast jedem fünften der befragten Bürger hat sich die finanzielle Absicherung im Ruhestand in den letzten drei Jahren verschlechtert“, sagt Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. „Natürlich spielt dabei Corona eine Rolle. Denn durch Kurzarbeit verringern sich die Einzahlungen in die gesetzliche Rente. Das wird den Menschen zunehmend bewusst.“

Beim Blick in die Zukunft gingen für die kommenden 10 bis 20 Jahre daher 54,7 Prozent der Befragten von Einbußen bei der gesetzlichen Rente aus. Darin spiegele sich auch wider, dass in einigen Bereichen wie zum Beispiel in der Hotelbranche in größerem Ausmaß Insolvenzen und Arbeitslosigkeit drohten, so Heuser weiter. Wegen drohender Einbußen bei der gesetzlichen Rente nutze immerhin gut die Hälfte derjenigen, die wegen Corona weniger ausgeben, dieses Geld für eine Aufstockung ihrer privaten Altersversorgung.

Selbstständige wollen an Selbstständigkeit festhalten

Weitere interessante Ergebnisse lieferte eine Sonderbefragung von bundesweit 510 Selbstständigen. Danach haben 46,5 Prozent durch Corona Umsatzeinbußen erlitten, die Hälfte davon mehr als 50 Prozent des Umsatzes. 10 Prozent der Selbstständigen wurde trotz Beantragung staatliche Hilfe verwehrt. Von den 26,3 Prozent, die solche Hilfen erhalten haben, geht die Hälfte davon aus, dass diese nicht ausreichen werden.

Trotzdem erwägen aber nur 7,8 Prozent aller Befragten konkret den Wechsel ihrer beruflichen Tätigkeit. „Über 90 Prozent der Selbstständigen sehen in ihrer aktuellen Tätigkeit ihre berufliche Zukunft. Zwar müssen 29,2 Prozent davon auf ihre Altersvorsorge zurückgreifen. Sie können aber ihre Existenz eine ganze Weile auch durch Rückgriff auf Reserven im privaten Bereich aufrechterhalten“, sagt Heuser. Das sei ein starkes volkswirtschaftliches Argument für Selbstständigkeit.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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