„Nur ein mickriges Taschengeld“

Bund der Versicherten geht wegen Riester-Lob auf GDV los

Kürzlich nahm der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Stellung zu einer Riester-Studie und nannte die staatlich geförderte Vorsorge nach wie vor „einen Erfolg“. Dem Bund der Versicherten passt das so gar nicht. In seinen Augen bringe die Riester-Rente kaum noch Geld ein. Die Zahlen aus der Studie seien veraltet und schürten falsche Hoffnungen.
© Standard Life
Axel Kleinlein, hier vor wenigen Wochen bei einer Podiumsdiskussion in Berlin, gilt als scharfer Kritiker der Riester-Rente.

Laut dem Branchenverband GDV ist die Riester-Rente noch immer „ein Erfolg“, wie er kürzlich anhand einer Studie der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erläuterte. Der Bund der Versicherten (BdV) sieht das anders: „Die Versicherungslobbyisten stellen historische Rentenhöhen der Riester-Rente den Leistungen der gesetzlichen Rente so gegenüber, als wären diese Ergebnisse auch heute zu erwarten“, kritisiert Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, in einer Mitteilung des BdV.

Wie der GDV berichtete, sei mit der Riester-Rente ein Fünftel mehr an Rentenbezügen möglich als mit der gesetzlichen Altersvorsorge. Das sei falsch, so Kleinlein: „Für aktuelle Tarife erhalten die Kunden nur noch einen Bruchteil dieser Renten.“ Der BdV ist der Sache deshalb mit eigenen Berechnungen nachgegangen.

Ihm zufolge ergänzt die Riester-Rente die gesetzliche Rente nur noch um knapp ein Zwanzigstel, zukünftig etwa nur noch ein Dreißigstel. „Im Beispielfall reicht die Riester-Rente mit Mühen noch für ein Pizzaessen im italienischen Restaurant“, so Kleinlein. „Die heutige Riester-Rente ist keine Altersvorsorge mehr, sondern bringt nur ein mickriges Taschengeld.“

Und weiter:

In dem vom GDV herangezogenen Modellfall sinkt nach Berechnungen der Verbraucherschützer die Riester-Anwartschaft für Frauen von gut 70 Euro sogar auf knapp 20 Euro bei heute abgeschlossenen Verträgen. „Die Riester-Rente mit ihren Milliardenkosten für Zulagen, Steuergeschenken und Bürokratie führt in dem Beispielfall nur dazu, dass man einmal im Monat zum Italiener essen gehen kann“, echauffiert sich Kleinlein.

Ein weiterer Fall, auf den sich der GDV bezieht, sieht eine Person vor, die 2016 gerade 40 Jahre alt ist und einen durchschnittlichen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Hier ist die Rede von Werten von 71 Euro für Frauen und 102 Euro für Männer – und erneut kann der BdV laut eigenen Berechnungen hier nicht folgen. Gehe man von den heutigen Tarifen aus, sinke die Riester-Rente schon auf 24 Euro, heißt es bei den Verbraucherschützern. Unterstelle man die Senkung des Höchstrechnungszinses auf nur noch 0,5 Prozent, so sinke diese Vergleichsrente auf nur noch gut 18 Euro.

Sollte die Senkung kommen, ergebe die Riester-Rente „keinen Sinn mehr“, so der BdV-Mann. „Es ist Zeit, das Projekt der versicherungsförmigen Riester-Rente zu begraben und nach besseren Möglichkeiten der Altersvorsorge zu suchen“, fordert Kleinlein.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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Eine Antwort

  1. Kleinkram verzapft immer den gleichen unhaltbaren Mist! Es wurde ihm von Fachleuten mehrfach versucht klar zu machen, dass seine Darstellungen nicht stimmen. Nüzt bei ihm nichts. Aber Hauptsache Aufmerksamkeit erzielt.

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