Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
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Lassen sich Menschen durch „Nudging“, also durch gezielte Interventionen, dazu bringen, mehr und besser für ihr Alter vorzusorgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die Antwort fällt eher gemischt aus. Solche Interventionen könnten hilfreich sein, stellten aber keine nachhaltige Lösung dar, resümieren die Studien-Autoren.
Jeden Tag treffen Menschen unzählige Entscheidungen. Die meisten davon sind ganz banal, ohne gravierende Konsequenzen. Wenn es aber um wichtige Weichenstellungen im Leben geht, also zum Beispiel um eine gesündere Lebensweise oder die finanzielle Vorsorge für das Alter, zögern viele und halten lieber am Status quo fest. In Politik und Wirtschaft wird daher schon seit geraumer Zeit das Modell des Nudging diskutiert. Nudging bedeutet so viel wie „Anstupsen“ und verfolgt die Idee, Menschen durch gezielte Anstupser (englisch Nudges) zu klugen Entscheidungen zu verhelfen.
In der Praxis kann das zum Beispiel so aussehen: Mithilfe von Öko-Labels sollen Verbraucher zu nachhaltigen Kaufentscheidungen angeregt werden, Schock-Fotos auf Zigaretten-Schachten sollen vom Rauchen abhalten und Gesundheits-Apps zu mehr Bewegung anspornen. Auch im Bereich der privaten und betrieblichen Altersvorsorge gibt es bereits eine Vielzahl von Möglichkeiten, um mit Nudges das Verhalten zu beeinflussen. Das reicht von Erinnerungen bis zu zum Setzen von Produkt-Voreinstellungen (Defaults), die zum Beispiel eine automatische Erhöhung der Sparquoten vorgeben.
In seiner Studie hat das DIA verschiedene Nudges auf ihre Wirksamkeit in der Altersvorsorge überprüft. Dabei kommen die Analysten zu der Einschätzung, dass „Nudging zur Gratwanderung werden kann“. Insbesondere staatliches Nudging berge eine Gefahr für eine selbstbestimmte Gesellschaft, weil politische Entscheidungsträger damit ihre Agenden unterschwellig und unter Umständen ohne entsprechende demokratische Legitimierung durchsetzen könnten.
Es sei daher zweifelhaft, ob mit Hilfe von Nudging eine nachhaltige Lösung des Problems unzureichender Altersvorsorge gefunden werden könne. „Insofern scheint – zumindest ergänzend – kein Weg an Aufklärung und Information hinsichtlich Alterssicherungsentscheidungen vorbeizuführen, will man nicht bei einem Herumdoktern an Symptomen stehenbleiben“, so die Studien-Autoren.
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