Nach pandemiebedingtem Einbruch

Dividendenausschüttungen steigen wieder

Nach dem Corona-Crash im vergangenen Jahr konnten sich Kurse vieler Aktien nun doch schneller zurückkämpfen als gedacht. Einer aktuellen Studie zufolge werden die in den Auswahl-Indizes Dax, M-Dax und S-Dax enthaltenen Unternehmen in diesem Jahr rund 44,7 Milliarden Euro an Dividenden auszahlen – das macht ein Plus von rund 5 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr.
© picture alliance / greatif | Florian Gaul
Die Bronzeskulpturen Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: 2021 dürften sich die Dividendenausschüttungen wieder stabilisieren.

Ein deutlich besseres Jahr für Anleger sagen im Rahmen einer aktuellen Studie das Institute for Strategic Finance (ISF) der FOM Hochschule in Kooperation mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz voraus. So rechnen die Experten für 2021 mit einer Dividendenausschüttung in Höhe von rund 44,7 Milliarden Euro von den 160 im Dax, M-Dax und S-Dax enthaltenen Unternehmen. Das wären 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Nachdem im Corona-Jahr 2020 weniger als zwei Drittel der Index-Mitglieder eine Dividende gezahlt hätten, würden dieses Jahr wieder mehr als drei Viertel der Unternehmen ihren Anteilseignern eine Gewinnbeteiligung überweisen, heißt es im Studienpapier weiter.

Stabilisierung statt Erholung

Trotzdem: Von einer Erholung könne man dabei noch nicht sprechen, sagt ISF-Direktor Eric Frère. Vielmehr stelle diese Entwicklung eine Stabilisierung dar. Denn: Vor der Pandemie lag die Dividendenquote laut den Studienautoren regelmäßig bei über 80 Prozent.

Gleichwohl gebe es durchaus positive Signale, wie die Studienautoren weiter ausführen – etwa im Dax, wo 15 der 30 Konzerne im laufenden Jahr erneut mehr ausschütten dürften als im Vorjahr. Dennoch falle die Dax-Dividendensumme mit 34,3 Milliarden Euro kaum höher aus als 2020, „da die zahlreichen Anhebungen durch Abschläge bei einigen Großzahlern wie Bayer (-29 Prozent) oder Siemens (-10 Prozent nach Energy-Spinoff) neutralisiert werden“.

Deutliche Volumen-Zuwächse gebe es dagegen im M-Dax und im S-Dax – „allerdings stammen diese primär aus Einzelfällen wie den Wiederaufnahmen bei Freenet und RTL oder der erstmaligen Einbeziehung von Porsche“, heißt es im Studienpapier weiter. Vor allem bei den Small Caps bleibe die Situation angespannt, stellt ISF-Beirat und Studienautor Christian Röhl fest: „Bei 16 S-Dax-Aktien liegt die 2021er Dividende mehr als 50 Prozent unter der historischen Bestmarke und weitere 20 Unternehmern schütten überhaupt nicht aus.“

Übergeordnete Trends „vielfach intakt“

Die Studienautoren analysierten jedoch nicht nur die aktuelle Ausschüttungspolitik, sondern auch übergeordnete Trends. Die gute Nachricht: Diese seien vielfach intakt. „Trotz der Corona-Krise kommen noch immer mehr als 60 deutsche Börsenfirmen auf einen Track Record von mindestens zehn Jahren ohne Dividendenkürzung“, so Frère.

Gleichzeitig illustriert die Studie anhand von zahlreichen Grafiken, dass Dividenden ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Gesamtrendite von Aktien sind: „Die Dax-Performance der letzten 20 Jahre resultiert ausschließlich aus Ausschüttungen – und bei manchen Unternehmen wie Hannover Rück, Amadeus Fire oder Allianz sind die Einstandskurse von vor zehn Jahren inzwischen voll durch Dividenden refinanziert“, fasst der ISF-Direktor zusammen.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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