Angestellte in Deutschland sollen mehr arbeiten. Dieser Meinung ist Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender beim Rückversicherer Munich Re. Das gab er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ zu Protokoll.
Die unterschiedlichen gesetzlichen Feiertage in den einzelnen Bundesländern sind ihm ein Dorn im Auge. „Es gibt keinen Grund, warum Bayern deutlich mehr Feiertage als Hamburg oder Deutschland als viele andere Länder benötigt“, so Wenning in dem Interview. Gestern, also am 15. August war nur in Sachsen und in Bayern ein gesetzlicher Feiertag, nämlich Mariä Himmelfahrt.
Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
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Das war aber nicht Wennings einziger Vorschlag. Er fordert in dem Interview außerdem, dass die Deutschen länger arbeiten sollen. Seine Begründung: „Sie leben doch auch länger.“ Aktuell liegt das Renteneintrittsalter für die abschlagsfreie Rente laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund ab dem Geburtsjahrgang 1964 bei 67 Jahren.
Der Wirtschaftsweise Martin Werding schlägt in eine ähnliche Kerbe (wir berichteten). Er forderte jüngst in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“, dass Menschen, die vorzeitig in Rente gehen wollen, höhere Abschläge auf ihre Rente in Kauf nehmen sollten. Konkret sprach er von 5 bis 6 Prozent Abschlag, wenn Angestellte etwa die Rente mit 63 nutzen wollen. Bisher lag dieser Abschlag bei 3,6 Prozent.
Auch Ralf Hermes, Chef der IKK Innovationskasse, hat vergangene Woche für einigen Wirbel gesorgt. Er zeigte sich besorgt über den Zustand des deutschen Krankenversicherungssystems.
Das System sei komplett überlastet und funktioniere so nicht. Sein Lösungsvorschlag: Verbraucher sollten für ihre Besuche beim Facharzt aus der gesetzlichen Krankenversicherung aussteigen und eine private Zusatzversicherung für diese Arztbesuche abschließen. Wer noch mehr Details zu seinem Vorschlag nachlesen möchte, für den hat Pfefferminzia-Chefredakteurin Karen Schmidt die wichtigsten Punkte in einem Artikel zusammengefasst.
Generell sieht Joachim Wenning für Deutschlands Zukunft schwarz. Aus Sicht des Munich-Re-Chefs sei „Deutschland im Moment im Abstieg begriffen“. Das Wachstum gehe zurück. Er belegt diese Aussage mit der „maroden“ Infrastruktur, die er „tagtäglich an verschiedenen Stellen“ wahrnimmt.
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