Mit einem Kinderstartgeld

Wirtschaftsweise wollen Kinder zu Fondsanlegern machen

Die Aktienkultur in Deutschland ist ausbaufähig. Das finden auch die sogenannten Wirtschaftsweisen, die nun schon Kinder an das Sparen mit Aktien und Fonds gewöhnen wollen. Und zwar mithilfe eines Kinderstartgelds.
© Erstudio / Freepik.com
Raus aus dem Sparschwein, rein in Fonds: Die Wirtschaftsweisen wollen Kinder ab sechs Jahren an das Fondssparen gewöhnen.

Um die Aktien- und Investmentkultur in Deutschland zu fördern, schlagen die sogenannten Wirtschaftsweisen ein Kinderstartgeld vor. Für jedes Kind würde der Staat monatlich zum Beispiel 10 Euro in einen ausgewählten Fonds einzahlen.

„Damit könnte die Finanzkompetenz in Deutschland durch Erfahrungen mit Kapitalmarktanlagen effektiv gestärkt werden. Langfristig können eine Aktienkultur etabliert und Unterschiede in der Vermögensrendite entlang der Verteilung reduziert werden“, heißt es in einem Papier des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Alle Kinder, die ihren sechsten Geburtstag erreicht haben, sollen automatisch für 12 Jahre das Kinderstartgeld erhalten. Dieser Anlagehorizont sei lang genug, um am Aktienmarkt eine solide Rendite bei geringem Risiko zu erwirtschaften. Durch die schrittweise Einführung des Kinderstartgelds steige der öffentliche Finanzierungsbedarf nur langsam an und bleibe kurzfristig gering.

Und wie sollen die Fonds aussehen, in die Kinder investieren könnten? Sie sollen:
  • breit diversifiziert investieren,
  • niedrige Gebühren aufweisen und
  • einen hohen Anteil an Aktien halten.

„Die Auswahl an Fonds, in die investiert werden kann, lässt sich über Kriterien zur Zertifizierung festlegen, die Fonds erfüllen müssen. Alternativ könnten Fonds über ein Ausschreibungsmodell ausgewählt werden“, schlagen die Wirtschaftsexperten vor.

Und weiter: „Unabhängig von der Frage, wie die Fondsauswahl erfolge, sollten nur autorisierte Ucits-Fonds berücksichtigt werden, die regulatorische Anforderungen in Bezug auf Diversifizierung, Liquidität, Risikomanagement und zulässige Vermögensgegenstände erfüllen.“

Das Geld, das die Kleinen ansparen, sollen sie frühestens ab ihrem 18. Geburtstag erhalten. Weitersparen soll aber auch eine Option sein. „Eine unbürokratische Überführung in eine private förderfähige Altersvorsorge sollte von Beginn an mitgedacht werden“, finden die Experten.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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