Lebensversicherung

Überschussbeteiligung erreicht neuen Tiefststand

Die anhaltende Zinsflaute zwingt die Lebensversicherer in diesem Jahr erneut dazu, ihre laufende Verzinsung nach unten zu korrigieren. Während sie ihren Kunden 2020 im Durchschnitt noch 2,25 Prozent anbieten konnten, sind es jetzt nur noch 2,07 Prozent, wie eine Auswertung des Analysehauses Ascore Das Scoring ergab.
© picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg
Ein Rentnerpaar geht spazieren: 2021 sinkt die durchschnittliche Verzinsung in der Lebensversicherung erneut.

Der Sinkflug der Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung kommt nicht zu einem Ende – und erreicht 2021 einen neuen Tiefstwert von durchschnittlich 2,07 Prozent. Das zeigt eine Auswertung der vorliegenden Branchenzahlen durch das Analysehaus Das Scoring.

Auch große Anbieter wie die Allianz und die R+V passten demnach ihre Zahlen nach unten an. Zum Vergleich: 2016 lag die durchschnittliche Verzinsung noch bei 2,82 Prozent. In den Folgejahren ging es weiter mit 2,50 Prozent (2017), 2,39 Prozent (2018), 2,39 Prozent (2019) und 2,25 Prozent (2020).

>>> Den genauen Verlauf der verschiedenen Überschussätze auf Anbieterebene können Sie hier einsehen.

Im Anbetracht dieser Entwicklung haben sich die Experten von Ascore zudem mit der Frage beschäftigt, wie es um die Zukunft der privaten Altersvorsorge in Deutschland steht. Die Antwort der Analysten: „Längst bieten Lebensversicherer weit mehr als nur Tarife mit kapitalmarktabhängigen Zinsüberschüssen.“ Das Tarifangebot sei sogar „so vielfältig wie nie“, teilte das Analyseunternehmen mit, „ganz ohne feste Garantien, mit flexibel wählbaren Garantien, mit gemangten Anlagekonzepten und einer großen Auswahl an Fonds und Indexpapieren“.

Mit Absicherungsstrategien wie beispielsweise „Lock-In“-Mechanismen oder An- und Ablaufmanagements stünden den Kunden zudem „Instrumente zur Gewinnsicherung“ zur Verfügung. Da die Anlagemöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt komplex seien und eine langfristige Anlage Expertenwissen erfordere, müsse sich der Kunde jedoch nicht, wie etwa bei seinem Aktiendepot, selbst um die Rendite seiner Altersvorsorge kümmern, fügen die Ascore-Experten hinzu. Denn das erledige der Versicherer, so die Botschaft.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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