Laut Studie

Finanz-Studenten sind „weniger vertrauenswürdig“

Laut einer wissenschaftlichen Langzeitstudie an der Universität Frankfurt sind diejenigen Studenten, die einen Job in der Finanzbranche anstreben, „weniger vertrauenswürdig“ als andere Studierende. Die Autoren sehen diesbezüglich sogar politischen Handlungsbedarf. Hier kommen die Details.
© picture alliance / BeckerBredel | BeckerBredel
Studenten in einem Universitätshörsaal: Eine Studie hat die Seriosität von Studenten mit Jobwünschen in der Finanzbranche untersucht.

Seriosität gehört wohl zu den wichtigsten Aspekten, die Bewerber in der Finanzbranche haben sollten – doch eine Langzeitstudie von Wis­sen­schaft­lern aus Köln, Bonn, Mainz und Leu­ven an der Universität Frankfurt soll nun das Gegenteil belegen. Darüber berichtet das „Manager Magazin“.

Im Rahmen der Untersuchung, die dem „Manager Magazin“ vorliegt, befragten sie zunächst im Jahr 2013 insgesamt 265 Pro­ban­den zu ih­ren Be­rufs­wün­schen, so­zia­len Prä­fe­ren­zen und Per­sön­lich­keits­merk­ma­len und testeten ihre Vertrauenswürdigkeit im Rahmen eines com­pu­ter­ge­stütz­ten La­bor­ex­pe­ri­ments. Dabei soll sich herausgestellt haben, dass Stu­die­ren­de, die spä­ter in der Fi­nanz­bran­che ar­bei­ten woll­ten, um 30 Pro­zent we­ni­ger ver­trau­ens­wür­dig waren als sol­che, die nach dem Stu­di­um eine an­de­re Bran­che an­peil­ten.

In den Jahren 2019 und 2020 wiederholten die Studienautoren die Befragung – mit dem Ergebnis: Die laut Studie we­ni­ger ver­trau­ens­wür­di­gen Pro­ban­den hatten tat­säch­lich ei­nen Job in der Fi­nanz­bran­che an­ge­nom­men.

„Die Fi­nanz­welt scheint we­ni­ger ver­trau­ens­wür­di­ge Per­so­nen im Lau­fe ei­nes Ein­stel­lungs­pro­zes­ses nicht aus­zu­sor­tie­ren, son­dern tat­säch­lich ein­zu­stel­len“, kommentiert Mat­thi­as Heinz, Pro­fes­sor für Stra­te­gie an der Uni­ver­si­tät zu Köln, die Studienergebnisse gegenüber dem Manager Magazin. Er und seine Autorenkollegen seien sich unsicher, ob die Finanzbranche sich des Problems rund um die Seriosität ihres Personals selbstständig widmen könnten. Mehr noch: Die Stu­di­en­er­geb­nis­se deu­te­ten dar­auf hin, dass sich die An­reiz­struk­tu­ren in der Fi­nanz­welt wohl nur mit po­li­ti­schen In­ter­ven­tio­nen ver­bes­sern ließen, so die Au­to­ren im Interview mit dem Magazin.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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