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EU-Kommission streicht Fida doch nicht von der To-do-Liste

Die EU-Kommission hält nun doch an ihren Plänen zu einem europaweiten verpflichtenden Zugang zu Finanzdaten fest. Gestern gingen Branchenexperten aufgrund eines geleakten internen Papiers zunächst davon aus, dass die Financial-Data-Access-Verordnung (Fida) von der Agenda gestrichen sein. Dem ist aber nicht so.
EU-Flaggen vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel: Fida kommt nun doch.
© picture alliance / Goldmann
EU-Flaggen vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel: Fida kommt nun doch.

Die Financial-Data-Access-Verordnung (Fida) wird nun doch nicht gestrichen. Das hatten wir gestern auf Basis eines internen Papiers der EU-Kommission und der Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW berichtet (hier geht es zur Meldung).

„Nachdem zunächst über einen geleakten Programmentwurf bekannt wurde, dass Fida aus dem Arbeitsprogramm gestrichen wurde, zeigt das finale Dokument nun, dass die Verordnung als „pending proposal“ weiterhin Bestandteil der Pläne bleibt“, berichtet der AfW heute. Hier geht es zum EU-Papier, den entsprechenden Passus finden Sie auf Seite 12, Punkt 36.

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„Die Nachricht, dass Fida nun doch weiterverfolgt wird, ist ein wichtiges Signal für Open Finance und fairen Wettbewerb“, so AfW-Vorstand Norman Wirth. „Nun kommt es darauf an, dass die Verordnung nicht in bürokratischen Hürden stecken bleibt, sondern mit Augenmaß und Praxisbezug umgesetzt wird. Ein geregelter Zugang zu Finanzdaten ist essenziell für unabhängige Vermittler und ihre Kunden.“

Etwas anders sieht das der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).  „Wir sehen Fida weiterhin kritisch“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Schließlich stellt dieses Projekt die gesamte Finanz- und Versicherungsindustrie vor nicht zu unterschätzende und größtenteils unnötige Aufgaben der Datenaufbereitung, -bereitstellung und -weitergabe und verursacht somit hohe Kosten.“ Ob damit ein größerer Kundennutzen einherginge, dürfe bezweifelt werden.

Mehr Arbeit für Vermittler

Der BVK kritisiert insbesondere, dass eine politisch nicht überzeugende Regulatorik eine Datenweitergabe von Risiko- und Vertragsdaten verursacht, deren Zielsetzung seitens der Initiatoren zu keinem Zeitpunkt überzeugend erklärt werden konnte. Versicherungsvermittlern würden zudem zusätzliche Arbeiten und Mühen auferlegt, ihre Kunden- und Maklerverwaltungsprogramme Fida-konform einzurichten.

Deshalb schimpft auch BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer: „Die EU-Kommission kann bisher noch nicht einmal sagen, welche Daten im Rahmen von Fida ausgetauscht werden sollen. Wir finden, dass sich die EU eher für eine Entlastung der Finanzberatung und -vermittlung einsetzen sollte. Das wäre für die Kunden als auch für die Finanz- und Versicherungsbranche vorteilhafter als ein fragwürdiger Zugang von Finanzdaten.“

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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