Axel Kleinlein, Chef der Bund der Versicherten (BDV), kennt sich aus mit Diskussionen und Kritik. Dort argumentierten „viele mit einfachen Schwarz-Weiß-Bildern“, schreibt er in seinem neuesten Blogpost. „Sehr beliebt ist es, die Vertreter der vermeintlich Schwachen, der Unterlegenen und Ausgebeuteten ‚Guten’ den Lobbyisten und Fürsprechern der ‚Bösen’ gegenüber zu stellen.“ Aber: In Kleinleins Augen sei all das eine Sache der Perspektive. Deshalb sei die Rollenfindung auch nicht so einfach.
„Richtig schwierig wird es dann auch noch, wenn vermeintliche Allianzen gar nicht so eng stehen wie es manchmal wünschenswert wäre, um eine ‚Schwarz-Weiß’-Legende aufrecht zu erhalten“, so Kleinlein weiter. „Das geht uns manchmal so, wenn wir alle Versicherungsunternehmen in einen Topf werfen. Manchmal ist es nämlich dann doch ganz gut zum Beispiel zwischen Versicherungsvereinen auf der einen Seite und Aktiengesellschaften auf der anderen zu unterscheiden.“ Meist hätten die Vermittler ohnehin andere Interessen als die Versicherer.
Ein Beispiel dafür sei der viel umstrittene Provisionsdeckel:
„Den begrüßen nämlich so einige Versicherungsmanager hinter vorgehaltener Hand. Das trauen sie sich aber nicht in Gegenwart der Vertreter zu sagen“, schreibt der BdV-Chef. Manche Unternehmen, so Kleinlein, hofften deshalb auf die Deckelung, weil sie der Vermittlerschaft künftig weniger zahlen wollen. Dafür solle dann auch wieder der Verbraucherschutz verantwortlich gemacht werden.
Aber: „Auch ‚den Verbraucherschutz’ gibt es nicht“, stellt Kleinlein schnell klar.
Es gebe Unterschiede zwischen den Verbraucherzentralen und dem Bund der Versicherten, die vielen nicht klar seien: „Zum Beispiel finden wir angemessene Provisionen noch akzeptabel, die anderen wollen aber ein generelles Provisionsverbot. Auch sehen wir es als schwierig an, wenn es in der Öffentlichkeit heißt, ‚die Verbraucherschützer’ würden sich für ein bestimmtes Projekt stark machen.
„Da wäre es aus unserer Sicht ganz gut, wenn zuweilen etwas differenziert würde. Besonders knifflig wird es dann, wenn manche Protagonisten nur deshalb noch als Verbraucherschützer bezeichnet werden, weil sie sich mal in einer staatlich unterstützten Verbraucherschutzorganisation profilierten – die sich dann aber für bestimmte Makler stark machen, die wiederum fleißig Provisionen kassieren“, schreibt der BdV-Chef.
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