Viele Menschen informieren sich in sozialen Netzwerken über Geldanlage-Tipps. Denn dort sind viele Expertinnen und Experten unterwegs, aber nicht nur. Es kursieren auch viele falsche oder nur teilweise richtige Darstellungen von Finanzprodukten und deren Chancen und Risiken im Netz. Und nicht alle Anlagetipps sind seriös.
Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen rund um Anlagetipps in den sozialen Medien finden Interessierte unter anderem auf Webseiten der Polizei.
Im Ernstfall sollten Opfer einer Straftat in den sozialen Medien schnellstmöglich Anzeige bei der Polizei erstatten oder sich bei der Staatsanwaltschaft melden. Im Zweifelsfall können sich Personen auch an die Finanzaufsicht Bafin selbst wenden. Deren Verbrauchertelefon ist kostenfrei unter der Telefonnummer 0800-2 100-500 erreichbar.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat die Bafin neun Tipps zusammengestellt, um seriöse Ratschläge zur Geldanlage in sozialen Netzwerken von unseriösen zu unterscheiden.
Welche das sind, erfahren Sie in der folgenden Bilderstrecke.

In den sozialen Medien sind neben echten Expertinnen und Experten viele selbsternannte Experten unterwegs. Das gilt auch für Financial Influencer, kurz: Finfluencer, die regelmäßig und in hoher Frequenz Informationen und Anlagetipps posten. Seriöse Experten, die Geldanlage-Tipps in den sozialen Medien weitergeben, erläutern in der Regel, wer sie sind und wie sie sich ihr Fachwissen aufgebaut haben.
Sind die Akteure seriös, lassen sich deren Angaben in vielen Fällen anhand mehrerer Quellen überprüfen. Wenn aus einem Posting die Identität des Verfassers nicht zweifelsfrei hervorgeht und unklar bleibt, welchen beruflichen Hintergrund die Person hat, ist Vorsicht geboten.

Viele Follower, viele Likes und viele positive Kommentare sind kein Gütesiegel für die Qualität eines Postings. Sie sagen wenig bis nichts darüber aus, wie seriös oder hochwertig die Inhalte eines Social-Media-Profils sind. Denn es ist aus Sicht der Bafin leicht, diese Werte zu manipulieren.
Scheinbar positive Kommentare oder Hinweise auf vermeintliche Erfolgsinvestments können Personen beispielsweise frei erfinden und im Auftrag des Verfassers platzieren. Es ist in der Regel schwer, das zu überprüfen.

Finanzprodukte bieten immer Chancen und Risiken, das ist normal. Und Anleger müssen beide gegeneinander abwägen und auf ihre persönlichen Anlageziele hin bewerten. Auch das ist normal. Doch ob die in einem Posting dargestellten Chancen und Risiken eines Investments vollständig sind und stimmen, können Laien oftmals nur schwer beurteilen. Aus diesem Grund sollten Social-Media-Nutzer immer mehrere Quellen nutzen, um sich ein vollständiges Bild zu machen.
Teil der Recherche sollten aus Sicht der Bafin auch unabhängige Quellen wie etwa die Verbraucherzentralen sein. Auf den ersten Blick sollten Anleger in den sozialen Medien äußerst skeptisch werden, wenn in einem Posting nur oder überwiegend Erfolgsaussichten dargestellt werden und nicht die Risiken eines Investmentprodukts.

Geldanlage-Tipps in den sozialen Netzwerken sind mitunter aggressiv formuliert. Sie erwecken den Eindruck, dass Anleger möglichst schnell reagieren müssen. Das ist eine bekannte Betrugsmasche.
Cyberkriminelle wollen sich die Sorge von Anlegern zunutze machen, Gewinne zu verpassen (fear of missing out – FOMO), und sie in eine unüberlegte Anlageentscheidung drängen. Daher ist es für Anleger umso wichtiger, jeden Geldanlage-Tipp sorgfältig zu prüfen, um die Chancen und Risiken gut einschätzen zu können.

Tipps zur Geldanlage in sozialen Netzwerken sind meist kostenlos. Das bedeutet, dass Akteure wie Finfluencer aus anderen Quellen Geld beziehen. In der Regel erhalten sie eine Vermittlungsprovision von Unternehmen, über deren Anlageprodukte sie berichten. Diese Provision fließt, wenn Anleger bestimmte Text- und Bilderbereiche anklicken.
Oft führen diese Links zu anderen Internetseiten. Das Problem: Anlegerinnen und Anleger erkennen dies oft nicht ohne weiteres. Nutzer von sozialen Netzwerken sollten sich daher merken, dass es solche Vergütungsmodelle gibt, die für eine hohe Motivation des Tippgebers sorgen könnten.

Investments, die in kürzester Zeit ohne Risiken hohe Renditen abwerfen, gibt es nicht. Außergewöhnliche Gewinne sind in der Regel mit hohen Risiken verbunden. Hinter solchen Geldanlage-Tipps verbergen sich meist hoch spekulative Anlageprodukte, bei denen Anleger viel – oder sogar das gesamte – Kapital verlieren können.
Oft stecken sogar Betrüger dahinter. Soziale Medien machen es aus Sicht der Bafin einfach, Falschinformationen zu verbreiten, und locken damit Kriminelle an.

Besondere Skepsis ist geboten, wenn Internetnutzer in öffentlichen Foren die Aufforderung erhalten, für Anlagetipps auf private Messenger-Dienste zu wechseln. Dadurch geben sie nämlich ihre privaten Kontaktdaten preis.
Es kann sein, dass Internetnutzer danach ungebetene und unerlaubte Anrufe erhalten, bei denen Betrüger Anlageprodukte anpreisen und hohen Handlungsdruck erzeugen wollen.

Über Geldanlage-Tipps oder einen Kontakt in den sozialen Medien versuchen Kriminelle mitunter Anlegerinnen und Anleger zum Beispiel auf unseriöse, nicht lizenzierte Online-Plattformen zu locken. Nicht immer geht es dabei direkt um Geldanlagethemen.
Oft werden Anleger zum Beispiel über Anfragen in Dating-Plattformen oder per Freundschaftsanfrage kontaktiert und erst später auf unseriöse Plattformen weitergeleitet. Dort wird ihnen mitunter vorgegaukelt, dass das Geld, das sie dort einzahlen, investiert wird und Gewinne erzielt.
Als Opfer eines solchen Betrugs ist es für Betroffene oftmals nur schwer möglich, die Verantwortlichen dingfest zu machen. Auf Plattformen von Anbietern, oft außerhalb der Europäischen Union, täuschen Betrüger vor, die Genehmigung einer Aufsichtsbehörde zu haben. Manche dieser Behörden gibt es. Manche sind erfunden.
Außerdem tun Cyberkriminelle mitunter so, als stünden sie in Verbindung zu Unternehmen mit bekannten Markennamen. Manche Betrüger geben auch vor, dass sie für öffentliche Stellen wie Ministerien und Polizei tätig sind.

Immer wieder beeinflussen Betrüger in den sozialen Netzwerken Kurse und Preise von Finanzinstrumenten wie Aktien. Sie versuchen, etwa durch falsche oder irreführende Anlagetipps, Nachfrage nach Aktien zu erzeugen oder zu erhöhen. Dabei legen sie nicht offen, dass sie diese Anlageprodukte selbst schon besitzen und daher stark von Kursgewinnen profitieren.
Die Kriminellen verbreiten diese unseriösen Anlagetipps in der Absicht, ihr Investment nach dem herbeigeführten Kursanstieg mit hohem Gewinn wieder abzustoßen. Dadurch fällt der Kurs in der Regel schnell wieder. Und alle anderen Anleger verlieren viel Geld.
Diese Betrugsmasche nennt sich auch Pump-und-dump-Prinzip. Um das zu vermeiden, sollten Social-Media-Nutzer bei Finanztipps am besten zweimal hinsehen.
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