In sozialen Netzwerken

Geldanlage-Tipps: Daran erkennt man Betrüger

In sozialen Netzwerken gibt es einige schwarze Schafe, die falsche Tipps zur Geldanlage geben. Das Team der Finanzaufsicht Bafin hat daher neun Tipps zusammengestellt, damit Nutzer nicht auf Social-Media-Betrüger hereinfallen.
Ein Mann checkt Aktienkurse auf seinem Smartphone: In sozialen Netzwerken sollten Nutzer Geldanlage-Tipps genau überprüfen.
© picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer
Aktienkurse checken auf dem Smartphone: In sozialen Netzwerken sollten Nutzer Geldanlage-Tipps genau überprüfen.

Viele Menschen informieren sich in sozialen Netzwerken über Geldanlage-Tipps. Denn dort sind viele Expertinnen und Experten unterwegs, aber nicht nur. Es kursieren auch viele falsche oder nur teilweise richtige Darstellungen von Finanzprodukten und deren Chancen und Risiken im Netz. Und nicht alle Anlagetipps sind seriös.

Mehr zum Thema

Junge Kunden mögen diese 9 Versicherungen am liebsten

Platz 4: Lebens- und Rentenversicherungen mit einem Anteil von 10 Prozent In den vergangenen zwei…

Die sechs häufigsten Fehler bei der Geldanlage

Fehler Nummer 6: Überbewertung vergangener Entwicklungen Viele Anlegerinnen und Anleger glauben, dass sich eine in…

Geldanlage: Die acht beliebtesten Produkte der Deutschen

Sparbücher sowie Tages- und Festgeld bleiben die Lieblinge der Geldanlage der Deutschen. In diesem Jahr…

Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen rund um Anlagetipps in den sozialen Medien finden Interessierte unter anderem auf Webseiten der Polizei.

Im Ernstfall sollten Opfer einer Straftat in den sozialen Medien schnellstmöglich Anzeige bei der Polizei erstatten oder sich bei der Staatsanwaltschaft melden. Im Zweifelsfall können sich Personen auch an die Finanzaufsicht Bafin selbst wenden. Deren Verbrauchertelefon ist kostenfrei unter der Telefonnummer 0800-2 100-500 erreichbar.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat die Bafin neun Tipps zusammengestellt, um seriöse Ratschläge zur Geldanlage in sozialen Netzwerken von unseriösen zu unterscheiden.

Welche das sind, erfahren Sie in der folgenden Bilderstrecke.

Tipp 1: Prüfen Sie, mit wem Sie es zu tun haben!
Grafik mit Influenzer im Studio: Nutzer in sozialen Netzwerken sollten sich genau informieren, wer genau ihnen Geldanlage-Tipps gibt. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk
Influenzer im Studio: Nutzer in sozialen Netzwerken sollten sich genau informieren, wer genau ihnen Geldanlage-Tipps gibt. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk

In den sozialen Medien sind neben echten Expertinnen und Experten viele selbsternannte Experten unterwegs. Das gilt auch für Financial Influencer, kurz: Finfluencer, die regelmäßig und in hoher Frequenz Informationen und Anlagetipps posten. Seriöse Experten, die Geldanlage-Tipps in den sozialen Medien weitergeben, erläutern in der Regel, wer sie sind und wie sie sich ihr Fachwissen aufgebaut haben.

Sind die Akteure seriös, lassen sich deren Angaben in vielen Fällen anhand mehrerer Quellen überprüfen. Wenn aus einem Posting die Identität des Verfassers nicht zweifelsfrei hervorgeht und unklar bleibt, welchen beruflichen Hintergrund die Person hat, ist Vorsicht geboten.

Tipp 2: Lassen Sie sich nicht von scheinbar hohen Zustimmungswerten blenden!
Illustration mit Greifarm vom Rummelplatz: Nutzer in sozialen Medien sollten sich nicht von zu vielen Likes blenden lassen. Foto: picture alliance / Zoonar | Maksym Yemelyanov
Illustration mit Greifarm vom Rummelplatz: Nutzer in sozialen Medien sollten sich nicht von zu vielen Likes blenden lassen. Foto: picture alliance / Zoonar | Maksym Yemelyanov

Viele Follower, viele Likes und viele positive Kommentare sind kein Gütesiegel für die Qualität eines Postings. Sie sagen wenig bis nichts darüber aus, wie seriös oder hochwertig die Inhalte eines Social-Media-Profils sind. Denn es ist aus Sicht der Bafin leicht, diese Werte zu manipulieren.

Scheinbar positive Kommentare oder Hinweise auf vermeintliche Erfolgsinvestments können Personen beispielsweise frei erfinden und im Auftrag des Verfassers platzieren. Es ist in der Regel schwer, das zu überprüfen.

Tipp 3: Machen Sie sich ein vollständiges Bild von dem angepriesenen Investment!
Eine Person schaut sich Börsenkurse auf dem Smartphone an: Anleger sollten sich aus Sicht der Bafin Geldanlage-Tipps in sozialen Medien gut nachrecherchieren. Foto: picture alliance / Connect Images | Amr Bo Shanab
Eine Person schaut sich Börsenkurse auf dem Smartphone an: Anleger sollten aus Sicht der Bafin Geldanlage-Tipps in sozialen Medien gut nachrecherchieren. Foto: picture alliance / Connect Images | Amr Bo Shanab

Finanzprodukte bieten immer Chancen und Risiken, das ist normal. Und Anleger müssen beide gegeneinander abwägen und auf ihre persönlichen Anlageziele hin bewerten. Auch das ist normal. Doch ob die in einem Posting dargestellten Chancen und Risiken eines Investments vollständig sind und stimmen, können Laien oftmals nur schwer beurteilen. Aus diesem Grund sollten Social-Media-Nutzer immer mehrere Quellen nutzen, um sich ein vollständiges Bild zu machen.

Teil der Recherche sollten aus Sicht der Bafin auch unabhängige Quellen wie etwa die Verbraucherzentralen sein. Auf den ersten Blick sollten Anleger in den sozialen Medien äußerst skeptisch werden, wenn in einem Posting nur oder überwiegend Erfolgsaussichten dargestellt werden und nicht die Risiken eines Investmentprodukts.

Tipp 4: Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen!
Collage mit Geschäftsmann in Eile: Cyberkriminelle erzeugen Zeitdruck, um Nutzer in sozialen Netzwerken zu schädigen. Foto: picture alliance / Sergey Nivens/Shotshop
Geschäftsmann in Eile: Cyberkriminelle erzeugen Zeitdruck, um Nutzer in sozialen Netzwerken zu schädigen. Foto: picture alliance / Sergey Nivens/Shotshop

Geldanlage-Tipps in den sozialen Netzwerken sind mitunter aggressiv formuliert. Sie erwecken den Eindruck, dass Anleger möglichst schnell reagieren müssen. Das ist eine bekannte Betrugsmasche.

Cyberkriminelle wollen sich die Sorge von Anlegern zunutze machen, Gewinne zu verpassen (fear of missing out – FOMO), und sie in eine unüberlegte Anlageentscheidung drängen. Daher ist es für Anleger umso wichtiger, jeden Geldanlage-Tipp sorgfältig zu prüfen, um die Chancen und Risiken gut einschätzen zu können.

Tipp 5: Hinterfragen Sie die finanziellen Motive des Tippgebers!
Grafik mit einer Marktanalyse und mehreren Akteuren: Influencer erhalten eine Vertriebsprovision von Firmen, über deren Produkte sie berichten. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk
Grafik mit einer Marktanalyse und mehreren Akteuren: Influencer erhalten eine Vertriebsprovision von Firmen, über deren Produkte sie berichten. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk

Tipps zur Geldanlage in sozialen Netzwerken sind meist kostenlos. Das bedeutet, dass Akteure wie Finfluencer aus anderen Quellen Geld beziehen. In der Regel erhalten sie eine Vermittlungsprovision von Unternehmen, über deren Anlageprodukte sie berichten. Diese Provision fließt, wenn Anleger bestimmte Text- und Bilderbereiche anklicken.

Oft führen diese Links zu anderen Internetseiten. Das Problem: Anlegerinnen und Anleger erkennen dies oft nicht ohne weiteres. Nutzer von sozialen Netzwerken sollten sich daher merken, dass es solche Vergütungsmodelle gibt, die für eine hohe Motivation des Tippgebers sorgen könnten.

Tipp 6: Seien Sie bei sehr hohen Gewinnversprechen besonders skeptisch!
Stofftiere als Gewinne auf dem Rummel: In sozialen Netzwerken sollten Nutzer bei zu hohen Gewinnversprechen skeptisch werden. Foto: picture alliance / imageBroker | Raimund Kutter
Stofftiere als Gewinn auf dem Rummel: In sozialen Netzwerken sollten Nutzer bei zu hohen Gewinnversprechen skeptisch werden. Foto: picture alliance / imageBroker | Raimund Kutter

Investments, die in kürzester Zeit ohne Risiken hohe Renditen abwerfen, gibt es nicht. Außergewöhnliche Gewinne sind in der Regel mit hohen Risiken verbunden. Hinter solchen Geldanlage-Tipps verbergen sich meist hoch spekulative Anlageprodukte, bei denen Anleger viel – oder sogar das gesamte – Kapital verlieren können.

Oft stecken sogar Betrüger dahinter. Soziale Medien machen es aus Sicht der Bafin einfach, Falschinformationen zu verbreiten, und locken damit Kriminelle an.

Tipp 7: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie für Anlagetipps auf private Messenger-Dienste wechseln sollen!
Illustration mit Social-Media-Betrug: Nutzer sollten es vermeiden, zu schnell auf private Messenger-Dienste zu wechseln. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk
Illustration mit Social-Media-Betrug: Nutzer sollten es vermeiden, zu schnell auf private Messenger-Dienste zu wechseln. Foto: picture alliance / Zoonar | Anastasiia Torianyk

Besondere Skepsis ist geboten, wenn Internetnutzer in öffentlichen Foren die Aufforderung erhalten, für Anlagetipps auf private Messenger-Dienste zu wechseln. Dadurch geben sie nämlich ihre privaten Kontaktdaten preis.

Es kann sein, dass Internetnutzer danach ungebetene und unerlaubte Anrufe erhalten, bei denen Betrüger Anlageprodukte anpreisen und hohen Handlungsdruck erzeugen wollen.

Tipp 8: Informieren Sie sich über Betrugsmaschen in sozialen Medien!
Junger Mann bemerkt Onlinebetrug: Cyberkriminelle locken Personen auf unseriöse Plattformen. Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Junger Mann bemerkt Onlinebetrug: Cyberkriminelle locken Personen auf unseriöse Plattformen. Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Über Geldanlage-Tipps oder einen Kontakt in den sozialen Medien versuchen Kriminelle mitunter Anlegerinnen und Anleger zum Beispiel auf unseriöse, nicht lizenzierte Online-Plattformen zu locken. Nicht immer geht es dabei direkt um Geldanlagethemen.

Oft werden Anleger zum Beispiel über Anfragen in Dating-Plattformen oder per Freundschaftsanfrage kontaktiert und erst später auf unseriöse Plattformen weitergeleitet. Dort wird ihnen mitunter vorgegaukelt, dass das Geld, das sie dort einzahlen, investiert wird und Gewinne erzielt.

Als Opfer eines solchen Betrugs ist es für Betroffene oftmals nur schwer möglich, die Verantwortlichen dingfest zu machen. Auf Plattformen von Anbietern, oft außerhalb der Europäischen Union, täuschen Betrüger vor, die Genehmigung einer Aufsichtsbehörde zu haben. Manche dieser Behörden gibt es. Manche sind erfunden.

Außerdem tun Cyberkriminelle mitunter so, als stünden sie in Verbindung zu Unternehmen mit bekannten Markennamen. Manche Betrüger geben auch vor, dass sie für öffentliche Stellen wie Ministerien und Polizei tätig sind.

Tipp 9: Anlagetipps immer gründlich nach Anzeichen für Pump-und-dump-Prinzip prüfen!
Zwei Männer analysieren Finanzdaten: Manche Akteure in den sozialen Medien versuchen die Kurse und Preise von Aktien zu beeinflussen. Foto: picture alliance / Panther Media | Andriy Popov
Zwei Männer analysieren Finanzdaten: Manche Akteure in den sozialen Medien versuchen, die Kurse von Aktien zu beeinflussen. Foto: picture alliance / Panther Media | Andriy Popov

Immer wieder beeinflussen Betrüger in den sozialen Netzwerken Kurse und Preise von Finanzinstrumenten wie Aktien. Sie versuchen, etwa durch falsche oder irreführende Anlagetipps, Nachfrage nach Aktien zu erzeugen oder zu erhöhen. Dabei legen sie nicht offen, dass sie diese Anlageprodukte selbst schon besitzen und daher stark von Kursgewinnen profitieren.

Die Kriminellen verbreiten diese unseriösen Anlagetipps in der Absicht, ihr Investment nach dem herbeigeführten Kursanstieg mit hohem Gewinn wieder abzustoßen. Dadurch fällt der Kurs in der Regel schnell wieder. Und alle anderen Anleger verlieren viel Geld.

Diese Betrugsmasche nennt sich auch Pump-und-dump-Prinzip. Um das zu vermeiden, sollten Social-Media-Nutzer bei Finanztipps am besten zweimal hinsehen.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia