Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
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Die Lebensversicherer kämpfen mit den niedrigen Zinsen. Die Puffer für die Garantien müssen steigen, die Renditen sinken, einige Anbieter wollen das Leben-Geschäft ganz aufgeben und in den Run-off schicken. Um dieses Thema ging es am Montagabend in der Talk-Sendung „Hart aber fair“.
Mit dabei: Sven Enger, ehemaliger Versicherungsmanager, der die Prognose aufstellt, die Lebensversicherung stehe vor einem Crash. Er sieht auch ein Problem darin, dass bald die Babyboomer-Jahrgänge auf einmal ihre Verträge auszahlen lassen. Er rät den Verbrauchern daher dazu, so schnell wie möglich alles zu kündigen.
Peter Schwark, Geschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sieht das naturgemäß anders. In der Sendung geigte er Enger die Meinung: Seine Aussagen seien Panikmache. Es gehe ihm vor allem darum, Werbung für sein Buch „Arm, alt und abgezockt“. „Das ist legitim, nicht aber das bewusste Schüren vollkommen unbegründeter Ängste“, so Schwark. Die Versicherer seien in der Lage, ihren Kunden trotz eines schwierigen Marktumfelds eine vernünftige Rendite auszuzahlen.
Ulrich Schneider wiederum, Chef des Sozialverbands „Die Paritätische“, ist den Lebensversicherern gegenüber eher kritisch gestimmt. Er kenne viele Menschen, die sich eine Lebensversicherung schon kaum leisten könnten – nach einem Crash wären diese also doppelt arm.
„Es gibt keinen Crash“, so Schwark dazu.
Was in der Sendung geredet werde, sei unverantwortlich. Die Lebensversicherungsbranche biete viel Sicherheit – trotz Run-off-Überlegungen einiger Versicherer. Und auch, wenn die Babyboomer-Jahrgänge in Rente gingen, könne die Lebensversicherungsbranche das mithilfe von Einnahmen aus Kapitalerträgen sowie Liquiditätsüberschüssen meistern.
Ralph Brinkhaus ist Finanzexperte der CDU und war ebenfalls in der Sendung zu Gast. Er sieht das Problem der Kunden darin, dass die Versicherer zu wenig tun, um ihre Kunden ausreichend aufzuklären. Die Gesellschaften sollten weg von den „kryptischen Jahresmitteilungen“, hin zu Briefen, „die aufgebaut sind wie die Sendung mit der Maus“ und da erklären, womit die Kunden rechnen können. Es gebe Gesellschaften, die besser aufgestellt seien, und welche, die schlechter dastünden, so Brinkhaus weiter. Trotzdem würde er sich „nie anmaßen, jemandem zu sagen, wann er einen Vertrag kündigen soll“. Damit schien er Enger direkt anzusprechen.
„Eine neue Lebensversicherung abzuschließen, lohnt sich heute nicht mehr“, findet auch Anja Kohl. Sie ist Börsenexpertin bei der ARD. Aber bestehende Verträge zu kündigen, hält auch sie für den falschen Weg.
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