Geldanlage

Deutsche wollen Sicherheit und überschätzen Renditechancen

Wenn es um die Geldanlage geht, dann steht für die Deutschen Sicherheit an erster Stelle. Darauf folgt der Gewinn. Das Problem: Im Durchschnitt erwarten Anleger rund 5 Prozent Rendite pro Jahr, wie eine aktuelle Studie zeigt – und liegen damit weit daneben. Vor allem junge Menschen haben unrealistische Erwartungen.
© picture alliance/dpa | Peter Kneffel
Junge Menschen sitzen auf einer Brücke und genießen die Frühlingssonne: Vor allem jüngere Deutsche überschätzen die Renditechancen vermeintlich sicherer Geldanlagen.

Eine aktuelle Studie im Auftrag der Postbank zeigt: 91 Prozent der Deutschen ist es wichtig, ihr Geld sicher anzulegen. Im Vergleich dazu messen knapp 71 Prozent der Rendite Bedeutung bei. Mit ihren Gewinnerwartungen liegen sie jedoch häufig weit daneben – allen voran die jungen Menschen hierzulande. 

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So rechnet fast jeder dritte Anleger (32 Prozent) mit einem Plus von über 9 Prozent im Jahr. Im Durchschnitt gehen sie von einer jährlichen Rendite von 5 Prozent aus. „Derartige Erwartungen sind derzeit nicht nur optimistisch, sondern kurios“, kommentiert Karsten Rusch von der Postbank die Umfrage-Ergebnisse. „Die Zinsen für Spareinlagen erreichen immer neue Tiefstände und nur eine Minderheit der Sparer nutzt Anlageformen mit Renditechancen.“

Tatsächlich ist das nahezu unverzinste Sparkonto (53 Prozent) die laut Studie beliebteste „Anlage“ der Deutschen, gefolgt vom Girokonto (34 Prozent). 26 Prozent der Sparer legen aktuell Geld in Aktien oder Fondsanteilen an – der Rest scheint noch eher zögerlich und wiegt sich lieber in Sicherheit. Aber: „Bei einem langen Anlagehorizont kann die Anlage beispielsweise in einem Aktienfonds durchaus lohnenswert sein“, erklärt Karsten Rusch. Denn: Dabei sei mitunter eine Rendite von mehr als 5 Prozent möglich.

Junge Sparer mit besonders unrealistischen Erwartungen

Zwar investieren junge Anleger nicht öfter in Wertpapiere als der Durchschnitt (26 Prozent), stellen aber auffallend häufig ambitionierte Erwartungen an die Rendite ihrer Geldanlage. Mehr als jeder zweite Sparer unter 30 Jahren (57 Prozent) rechnet mit einem jährlichen Ertrag von mehr als 9 Prozent. Und das, obwohl Sparkonto, Girokonto und Spardose in keiner anderen Altersklasse so beliebt sind.

„Unwissenheit und falsche Überzeugungen können Anleger teuer zu stehen kommen. Wird nicht einmal der Inflationsausgleich erwirtschaftet, verlieren die Ersparnisse nach und nach an Wert“, warnt Rusch. „Gerade junge Menschen haben den Vorteil, dass sie von einem langen Anlagehorizont profitieren und sich Kursschwankungen über die Zeit relativieren.“ Sein Tipp: „Mit einem breit gestreuten Fondssparplan können sich über die Zeit bereits kleine Sparbeiträge zu ansehnlichem Vermögen summieren.“

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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