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Auch dieser erneute Appell der Versicherungswirtschaft an die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte von Noch-EZB-Chef Mario Draghi allenfalls wohlmeinend zur Kenntnis genommen werden:
Mit ihren geldpolitischen Entscheidungen nutze die EZB erneut Instrumente, „die Krisensituationen vorbehalten sein sollten. Eine Krise liegt aber weder wirtschaftlich noch politisch vor“, sagte Klaus Wiener, Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Schleppende Konjunkturdaten alleine reichen für derart gravierende Maßnahmen nicht aus.“
Was meint Wiener mit gravierenden Maßnahmen?
In seiner Sitzung am Donnerstag beschloss der EZB-Rat den Einlagenzinssatz von bisher minus 0,4 Prozent auf nun 0,5 Prozent zu senken. Dieser Satz bestimmt, wie viel es Geschäftsbanken kostet, ihr überschüssiges Geld bei der Notenbank zu parken. In diesem Zusammenhang ist in der Branche auch gerne von einem „Strafzins“ die Rede.
Darüber hinaus hat sich der Rat für die Wiederaufnahme der umstrittenen Anleihekäufe ausgesprochen. Ab November sollen dafür monatlich 20 Milliarden Euro eingesetzt werden. Wann dieses Programm endet, bleibt bis auf weiteres offen.
Was sagt der GDV dazu?
Die Nebenwirkungen dieser „extremen Positionierung“ der Geldpolitik würden immer deutlicher zu Tage treten, warnte Volkswirt Wiener. „Und sie werden umso größer, je länger die EZB hieran festhält. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft ist von besonderer Bedeutung, dass die Anreize für Sparer, für das Alter vorzusorgen, schwer beschädigt werden.“
Und weiter: „Für die neue EZB-Chefin Lagarde werden die geldpolitischen Weichen damit auf Monate, wenn nicht Jahre gestellt. Dabei wäre ein frischer Blick auf die geldpolitische Strategie unter neuer Führung eine Chance für eine grundlegende Positionsbestimmung gewesen.“ Diese Chance sei vertan worden, so Wiener.
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