Altersvorsorge im Jahr 2029

Das erwarten die Deutschen vom Berater der Zukunft

Werden die Bundesbürger im Jahr 2029 ihre Rentenversicherung noch beim Berater um die Ecke kaufen, oder sich lieber von Alexa beraten lassen? Und welche Ansprüche haben die Deutschen an die Beratung der Zukunft? Antworten auf diese Fragen gibt eine aktuelle Umfrage von Yougov im Auftrag der Canada Life. Hier geht es zu den Ergebnissen.
© Yougov/Canada Life
Die Deutschen haben eher weniger Vertrauen in Finanztools. Der dunkelblaue Balken steht für die Antwort „Auf jeden Fall/Eher ja“, der hellblaue für die Antwort „teils/teils“ und der mittelblaue für die Antwort „Eher nicht/sicher nicht“.

Beim Kauf von Altersvorsorgeprodukten würden viele Deutsche auch im Jahr 2029 lieber auf den Vermittler aus Fleisch und Blut setzen als auf Finanztools oder Sprachassistenten. Das Aufmerksam machen auf mögliche Versorgungslücken sehen 27 Prozent als ausschließliche Kompetenz von Vermittlern. 6 Prozent trauen das ausschließlich Sprachassistenten zu. Der Rest bewegt sich zwischen diesen beiden Extremen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Beratung zu Absicherungsmöglichkeiten. 26 Prozent sehen hier den Vermittler vorn, 4 Prozent trauen das Sprachassistenten zu. Und auch bei Beantragung und Abschluss von Altersvorsorgeprodukten liegen die Berater mit 31 Prozent zu 4 Prozent vorn. Allein bei der Informationsbeschaffung sehen die Deutschen Berater und Sprachassistenten als gleichermaßen geeignet.

Das hat eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Canada Life ergeben. Diese untersuchte, wie sich Menschen in Deutschland, Irland, Kanada und den USA das Beratungs- und Abschlussszenario im Jahr 2029 vorstellen.

Quelle: Yougov/Canada Life

„Die Altersvorsorge-Beratung bis hin zum Abschluss assoziieren die Menschen hierzulande noch stark mit dem persönlichen Versicherungsvermittler. Dies wird sich auch zeitnah nicht ändern“, sagt Florian Elert, Professor für Versicherungsmanagement, der bei der Befragung beratend zur Seite stand.

Allerdings dürfte es künftig auch in Deutschland mehr Zustimmung zum Abschluss mit Hilfe digitaler Tools geben: Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen zeigt fast durchgängig ein deutlich höheres Vertrauen in den Sprachassistent als alle anderen Altersgruppen. In dieser Altersgruppe möchten sich nur 13 Prozent ausschließlich vom Vermittler beraten lassen.

Auch bei der Frage, ob sie sich vorstellen können, Versicherungen bei Amazon, Google & Co. abzuschließen, zeigen sich die jungen Leute offener. 15 Prozent der 18- bis 24-Jährigen können sich das auf jeden Fall vorstellen (alle Altersgruppen: 11 Prozent), und 33 Prozent immerhin teilweise (alle Altersgruppen: 24 Prozent).

Quelle: Yougov/Canada Life

Top-Wunsch: Der Vermittler als Problemlöser

Was erwarten die Befragten vom Vermittler der Zukunft? Vor allem, dass er als Problemlöser auftritt, etwa, wenn es Probleme mit der Versicherung gibt. 47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben das an. Fast ebenso oft (44 Prozent) erwarten sie, dass er die Beratung besser auf den Kundenbedarf zuschneidet, denn künftig werden Daten hierzu über soziale Medien oder Drittanbieter besser zugängig sein als heute.

Der Kontakt über moderne Kommunikationskanäle wie Skype oder Chats rangiert zwar weiter hinten – aber fast 20 Prozent der Deutschen erwarten das. Und 26 Prozent der Deutschen geben an, dass sie in zehn Jahren gar keinen Vermittler mehr brauchen. Ob das der Fall sein wird, weil alle Finanzangelegenheiten bis dahin erledigt sind, wie bei den Älteren zu vermuten, oder weil man komplett auf digitale Tools vertraut, wurde dabei nicht beantwortet.

Quelle: Yougov/Canada Life

Der Digitalisierung allgemein stehen die Deutschen eher neutral gegenüber, sie können die Auswirkungen dieser Entwicklung noch nicht recht einschätzen, zeigt die Umfrage. So geben 40 Prozent der Befragten an, die Digitalisierung weder als Chance noch als Risiko zu sehen. Weitere 36 Prozent sehen sie als Chance oder große Chance. Werden durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen. Ja, meinen 64 Prozent der Bundesbürger. Gefahr für den eigenen Job sehen dabei aber nur 18 Prozent gegeben.

„Die Umfrage zeigt klar, dass Versicherungsvermittler in Deutschland auch in Zukunft wichtige Ansprechpartner für die Vorsorge bleiben – und das auch oder besser gerade bei den jüngeren Menschen“, so das Fazit von Markus Drews, Hauptbevollmächtigter Canada Life Deutschland. „Dass digitale Tools und moderne Kommunikationskanäle bei den Jüngeren im Kommen sind, ist dabei gar kein Widerspruch. Wenn Vermittler sie sinnvoll einsetzen, bieten sie ihren Kunden Service und Effizienz – kombiniert mit passgenauer und fachlich fundierter Beratung. So kann ich mir die Rolle der Vermittler in Zukunft gut vorstellen.“

Quelle: Yougov/Canada Life

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