Martin Steinmeyer, Netfonds

„Drei bis vier Partner, mit denen wir uns enge Kooperationen vorstellen können“

Martin Steinmeyer, Vorstand von Netfonds, über die künftigen Aufgaben eines Maklerpools, strategische Zukäufe und das große Zukunftsprojekt, an dem Netfonds gerade arbeitet.
© Netfonds
Martin Steinmeyer ist Vorstand des Maklerpools Netfonds.

Pfefferminzia: Welche Haupt-Aufgabe hat ein Maklerpool gegenüber Maklern in der heutigen digitalisierten Welt? Und wie wird sich diese in den kommenden fünf bis zehn Jahren verändern?
Martin Steinmeyer: Er muss das administrative, kaufmännische, regulatorische und interessenvertretende Gesamtsystem liefern. Verändern wird sich diese Aufgabe wahrscheinlich gar nicht so sehr. Als „kleine“ Einheiten sind wir doch gegenüber den großen Banken, Versicherern und Organisationen im Vorteil. Wir können viel flexibler reagieren. Das werden wir nutzen.

Pools müssen technisch auf der Höhe sein, um heute im Wettbewerb um Makler zu bestehen. Wieviel kosten Sie diese Investitionen in die IT?
Wir sehen die IT als eine wesentliche Säule für unsere Zukunft an. Daher haben wir 2018 rund 2,8 Millionen Euro investiert. Im Jahr davor haben wir einen ähnlichen Betrag ausgegeben, und auch künftig wird die IT ein strategisches Investment sein.

Welchen strategischen Nutzen haben Zukäufe für Sie? Kommen diese infrage?
Diese Frage kann man als Kaufmann doch nur mit JA beantworten – zum richtigen Preis und für das passende Produkt. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Zukäufen. Wir geben uns größte Mühe, einen Win-Win-Effekt für alle Involvierten zu erzielen. 

Könnten Sie sich auch die Übernahme eines anderen Maklerpools oder zumindest Kooperationen untereinander vorstellen?
Es gibt definitiv drei bis vier Partner, mit denen wir uns enge Kooperationen vorstellen können. Das kann eine technische Gemeinschaftsentwicklung oder eine Leistungsergänzung sein. Wir sollten heute jedoch offen sein, über engere Formen der Partnerschaft nachzudenken.

Welche Effekte hätte eine solche Konsolidierung für Makler?
Die positiven Effekte überwiegen. Die Veränderungen durch Unternehmens- und IT-Migrationen werden im ersten Moment für viele als negativ empfunden. Die Vorteile zukunftsfähiger Prozesslandschaften sind es aber absolut wert.

Die Entscheidung um einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung liegt wegen der politischen Sommerpause erstmal auf Eis. Käme er wie im aktuellen Gesetzesentwurf vorgesehen: Wie würde sich das auf Ihr Geschäftsmodell auswirken?
Der Anteil am Gesamtumsatz ist im niedrigen einstelligen Bereich. Wir werden die Entwicklung beobachten und dann notwendige Entscheidungen treffen.

Wie schätzen Sie die Folgen der zunehmenden Alterung im Maklermarkt auf Ihren Pool ein?
Die ist vorhanden und man fragt sich, wie man dieses Problem strukturell angehen kann. Ein „Jungbrunnen“ ist bei Netfonds das Haftungsdach. Die Partner, die sich hier anbinden, sind im Schnitt 44 Jahre alt und dazu hoch qualifiziert. 

Fürchten Sie einen Markteintritt von Google, Amazon oder ähnlichen möglicherweise disruptiven Wettbewerbern?
Natürlich können Google, Amazon oder „ähnliche“ eine Bedrohung sein. Aber auch die beste Technik wird keine Beratung mit allen einfließenden Hintergrundinformationen ersetzen und den Wunsch nach einem persönlichen Ansprechpartner mindern. Pools und Berater müssen sich ebenso technisch rüsten und sich auf den Kunden und seine persönlichen Belange konzentrieren.

An welchem großen Zukunftsprojekt arbeiten Sie gerade?
Unsere Zukunft hat schon vor gut drei Jahren begonnen. Damals haben wir entschieden, eine komplett neue Beraterplattform, die den Namen Finfire trägt, zu entwickeln. Seit mehr als zwei Jahren sind wir in der technischen Entwicklung, haben erstmalig das IT-Ressort mit einem eigenen Vorstand besetzt und beschäftigen hier bereits rund 50 Mitarbeiter. Einzelne Module von Finfire werden gerade schrittweise ausgerollt. Das gesamte Maklerverwaltungssystem wird voraussichtlich Anfang 2020 veröffentlicht.

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