Nachhaltigkeitsmanagement

Versicherer verkaufen CSR-Engagement nicht zeitgemäß

CSR – das steht für Corporate Social Responsibility. Also: Nachhaltigkeit. Auch die Versicherer haben sich dem Thema angenommen, doch laut einer aktuellen Studie des AMC-Branchennetzwerks der Assekuranz geben sich viele Versicherer mit Minimalniveau zufrieden oder reduzieren ihr Themenspektrum auf Sport- und Kultursponsoring.
© dpa/picture alliance
Die Bayerische gehört zu den Versicherern, die sich für Sportsponsoring begeistern – das Unternehmen unterstützt den TSV 1860 München und demonstriert dies auch in diversen sozialen Medien. Doch viele Versicherer haben hier laut der AMC-Studie nur geringe kommunikative Ambitionen.

Unter dem Begriff CSR verstehen viele Versicherer Verantwortung oder auch (soziales) Engagement. Doch nur die wenigsten Unternehmen widmen sich dem Thema ernsthaft und kommunizieren ihre Aktivitäten auch in geeigneter Form. 

Studie beklagt „wenig zeitgemäße Verpackung“

So kommt eine aktuelle AMC-Studie zu dem Fazit, dass es um die Wirksamkeit der CSR-Kommunikation in der Branche „nicht allzu gut bestellt ist“. Mit nur einem herausragenden Akteur lasse sich nur wenig Exzellenz ausmachen, berichtet das Netzwerk nach Auswertung der CSR-Kommunikation von 120 deutschen Versicherern.

Dabei beklagen die Studienmacher unter anderem eine „wenig zeitgemäße Verpackung“. So würden beispielsweise nur selten die Chancen moderner Online-Kommunikationsinstrumente und -formate systematisch genutzt, heißt es. 

Und weiter: „Die professionelle, zeitgemäße Inszenierung eines fundierten Nachhaltigkeitsmanagements sucht man über weite Strecken vergeblich.“

Zu mehr als Sport- und Kultursponsoring im regionalen Kontext reicht es oft nicht 

Die Studienmacher führen die Defizite darauf zurück, dass zwei Drittel der untersuchten Unternehmen „keinerlei Ambitionen“ in Sachen CSR und Kommunikation zeigten.

Zudem würde ein Großteil der „aktiven“ Versicherer CSR unter Schlagworten wie „Engagement“ und „Verantwortung“ zusammenfassen. Doch damit würden sie die „Messlatte mit lobenswerten Aktivitäten“ außerhalb des Kerngeschäfts auf Minimalniveau reduzieren. Das Ergebnis: Sport- und Kultursponsoring im regionalen Kontext. 

Damit bleibe wertvolles Potenzial ungenutzt, erklärt man beim AMC. Im Umkehrschluss bedeute dies jedoch auch, „dass zum jetzigen Zeitpunkt noch mit überschaubarem Aufwand großes Differenzierungspotenzial gehoben werden kann“. 

Die vollständige Studie lässt sich hier bestellen.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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