„Zweiräder, mit und ohne elektrischen Antrieb, waren und sind die Verkehrsmittel der Stunde“, meldet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Der Absatz von Rädern und E-Bikes lag 2020 mit 5 Millionen Euro 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei betrug der Anteil von E-Bikes fast 2 Millionen Euro und damit 39 Prozent.
Die Preise für günstige Pedelecs, also Elektro-Räder mit einer Motorunterstützung von bis zu 25 km/h, beginnen meist im höheren dreistelligen Bereich. Für Mittelklassemodelle werden schnell 3.000 Euro und mehr fällig.
Wie andere Zweiräder auch können sie grundsätzlich in der Hausratversicherung mitversichert werden. Die Höchstentschädigung ist hier jedoch in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz oder eine vereinbarte Summe begrenzt – und damit für E-Bikes oft nicht ausreichend. Standardmäßig greift die Hausratversicherung außerdem nur bei nur Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser sowie Diebstahl aus verschlossenen Abstellräumen. Für Diebstahl-Versicherungsschutz außerhalb der eigenen vier Wände ist ein Zusatzbaustein notwendig.
Spezielle Fahrradversicherungen gehen dagegen weit über diese Leistungen hinaus und sind speziell auf die Technik und den Wert von E-Bikes zugeschnitten. Sie decken unter anderem folgende typische Risiken ab:
Manche Versicherer übernehmen nach Auskunft des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch Schäden durch Material, Produktions- oder Konstruktionsfehler, die nach der gesetzlichen Gewährleistungspflicht entstehen. Häufig ist in diesen Tarifen auch das E-Bike-Zubehör wie etwa Taschen, Schlösser oder Sättel versichert.
Auch gebrauchte E-Bikes lassen sich übrigens versichern. Dafür muss der original Kaufbeleg des Verkäufers vorliegen sowie ein Beleg über den Kaufvertrag. Manche Versicherer schließen allerdings Verschleißteile vom Versicherungsschutz aus und begrenzen ihn auf das Alter, etwa auf fünf Jahre.
Weil Akkus in seltenen Fällen auch Brände verursachen können, sollten E-Bike-Besitzer beim Laden und der Lagerung besondere Sorgfalt an den Tag legen. Vor wenigen Tagen erst löste ein defekter E-Bike-Akku einen Brand in einem Bremer Reihenhaus aus. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf etwa 500.000 Euro. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) gibt hier folgende Tipps:
Wer ganz sichergehen will, dass der eigene E-Bike-Akku alle Sicherheitsstandards erfüllt, kann sich auch anhand von Zertifikaten orientieren. So ist beispielsweise die UN-T-Zertifizierung, die die Transportsicherheit bestätigt, für Akkus Pflicht. Besser ist dem ADFC zufolge eine Zertifizierung der BATSO (Battery Safety Organization). Um dieses Zertifikat zu erhalten, muss der Akku zuvor Tests zur Gebrauchssicherheit bestanden haben. Ob der Akku darüber hinaus auch zum Ladegerät passt, bescheinigt das GS-Siegel (Geprüfte Sicherheit).
Kommt es dennoch zu einem Brand, empfiehlt die Feuerwehr eine klare Vorgehensweise. So sollte zunächst die Stromversorgung getrennt werden. Anschließend sollte das Fahrrad möglichst schnell ins Freie oder zumindest in einen Raum ohne brennbare Gegenstände geschoben werden. Wenn der Akku nicht am Fahrrad angebracht ist, könne er zum Beispiel durch eine Schaufel ins Freie gebracht werden. Danach sollte dann sofort per Notruf die Feuerwehr alarmiert werden.
Laut GDV sollte ein Akkubrand grundsätzlich nicht selbst gelöscht werden, da giftige Gase austreten können und eine Verpuffung möglich ist. Für eventuelle Brandschäden leisten die Wohngebäude- und die Hausratversicherung. Letztere kommt auch im Rahmen der Versicherungssumme für Beschädigungern am E-Bike auf, sofern keine separate Absicherung besteht. Für Schäden an fremden Sachen, die durch einen Brand beschädigt werden, tritt unter Umständen die Privathaftpflichtversicherung ein.
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Eine Antwort
Ihre Aussage, dass Fahrräder in der Hausratversicherung gegen Diebstahl außerhalb verschlossener Räume nicht versichert sind ist nicht richtig. Auch Wenn das Rad in Benutzung ist oder z.b. beim Biergartenbesuch oder vom verschlossenen Auto-Fahrradträger geklaut wird, ist dies versichert.
Grüße R. Ermer