Crash-Folgen aber oft schlimmer

„Motorräder verursachen nicht mehr Unfälle als Autos – im Gegenteil“

Wenn Ende März die Temperaturen steigen, steigen auch Millionen Biker wieder auf ihre Motorräder. Nicht alle Autofahrer freuen sich über die Kraftrad-Fans – dabei sind sie viel seltener an Unfällen beteiligt als PKW-Halter, wie die Schadenexperten der R+V Versicherung betonen. Allerdings: Wenn es rumst, dann umso heftiger.
© picture alliance / Jochen Tack
Biker unterwegs am Pordoijoch in den Dolomiten auf 2.239 Metern Höhe. Kommt es zu einem Unfall, sind Motorradfahrer aufgrund mangelnder Knautschzone besonders gefährdet.

Mit Frühlingsbeginn wird auch die alljährliche Motorradsaison wieder eingeläutet – von den Bikern hierzulande sehnsuchtsvoll erwartet, stößt der Saisonstart bei einigen Autofahrern auf Skepsis: Riskante Überholmanöver, knatternde Motoren und schnelle Tempowechsel – die Vorurteile gegen Motorräder halten sich hartnäckig. Doch von einem Sicherheitsrisiko auf zwei Reifen kann man mit Blick auf die Schadenzahlen keineswegs sprechen: Motorrad-Fahrer verursachen weniger Unfälle als Autos. Sogar deutlich weniger, wie die R+V Versicherung auf Basis aktueller interner Datenauswertungen mitteilt.

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„Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Motorräder nicht mehr Unfälle verursachen als Autos. Das Gegenteil ist der Fall“, sagt Christian Hartrampf, Kfz-Versicherungsexperte bei der R+V. Im vergangenen Jahr meldeten demnach nur sechs von tausend Motorradbesitzerinnen und -besitzer einen Haftpflichtschaden. Bei Autos seien es mehr als acht Mal so viel gewesen.

Insgesamt sind rund fünf Millionen Krafträder von Frühjahr bis Herbst in Deutschland unterwegs. Experte Hartrampf führt die geringere Unfallzahl auf die fehlende Knautschzone bei Motorradfahrer zurück: „Umsichtiges Fahren ist für Biker im Zweifel lebenswichtig.“

Biker bei Kollisionen stark gefährdet

Zugleich zeigen die Schadenzahlen der R+V, dass Kollisionen für Biker meist nicht so glimpflich ausgehen wie für Autofahrer. So hat der Wiesbadener Versicherer für Kfz-Haftpflichtschäden, die durch Pkw verursacht wurden, 2022 durchschnittlich etwa 4.500 Euro gezahlt, bei Motorrädern waren es mit 6.500 Euro deutlich mehr. Der Grund: Neben einem Blechschaden kommt es häufig zu Personenschäden – die zum Teil schweren Verletzungen einhergehen, was wiederum die Haftpflichtschäden nach oben treibt.

Generell gilt aus Sicht der Unfallexperten der R+V: Auf die richtige Ausrüstung kommt es an. Hochwertige Motorradkleidung und ein guter Helm könnten bei einem Sturz auf die Straße oft Schlimmeres verhindern. Allerdings seien Jacke und Hose danach in der Regel unbrauchbar – eine gute Vollkasko-Versicherung kommt für den Ersatz der Motorradbekleidung auf.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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