Eigentlich berichten wir ja keine sogenannten Wasserstandsmeldungen. Wir würden angesichts der vielen Marktindizes vom Ästchen ins Stöckchen geraten. Aber was der Unternehmensberater Marsh Risk über Industrieversicherungen berichtet, sticht ins Auge.
Denn die Tochter des Versicherungsmaklers Marsh beobachtet, dass inzwischen im sechsten Quartal in Folge die Prämien gesunken sind. Im vierten Quartal 2025 ging es um 4 Prozent hinab. Im zweiten und dritten Quartal lag der Schwund prozentual genau so hoch (siehe Grafik).

Warum passiert das ausgerechnet in einer Welt, in der vermeintlich alles teurer wird? Als Hauptgründe für den Rückgang der Prämienraten nennt Marsh den stärkeren Konkurrenzkamp unter den Versicherern, günstige Schadenentwicklung und die Rückversicherungskonditionen, verbunden mit erhöhter Marktkapazität. Risiken werden also günstiger, und Versicherer kämpfen regelrecht darum, welche übernehmen zu können.
Doch die regionalen Unterschiede sind enorm. Während in den USA die Prämien im vierten Quartal im Schnitt auf der Stelle traten, ging es in der Pazifikregion um saftige 12 Prozent hinab. Es folgen Indien, Nah-Ost und Afrika (Imea) mit minus 10 Prozent. Weitere Werte zeigt die Grafik.

Für Industriekunden ist das natürlich eine tolle Sache, die sogar noch weitergehen könnte. So meint John Donnelly, Präsident für Global Placement bei Marsh Risk: „Ohne unvorhergesehene Ereignisse erwarten wir, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzt. In diesem Jahr dürften Kunden die Möglichkeit haben, Prämienraten zu reduzieren und umfassendere Bedingungen auszuhandeln, die die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherungsprogramme verbessert, um so der zunehmenden Komplexität der Risiken gerecht zu werden.“
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