Marsh berichtet

Prämien in der Industrieversicherung im Abwärtstrend

Gute Nachrichten für die Wirtschaft: Die Prämien in der Industrieversicherung haben einen festen Abwärtstrend ausgebildet. Gute Zeit, um neu zu verhandeln, findet man beim Makler Marsh.
Jinling-Werft in Nanjing (China): In der Pazifikregion sanken die Prämien für Industrieversicherungen besonders stark
© picture alliance / CFOTO
Jinling-Werft in Nanjing (China): In der Pazifikregion sanken die Prämien für Industrieversicherungen besonders stark

Eigentlich berichten wir ja keine sogenannten Wasserstandsmeldungen. Wir würden angesichts der vielen Marktindizes vom Ästchen ins Stöckchen geraten. Aber was der Unternehmensberater Marsh Risk über Industrieversicherungen berichtet, sticht ins Auge.

Denn die Tochter des Versicherungsmaklers Marsh beobachtet, dass inzwischen im sechsten Quartal in Folge die Prämien gesunken sind. Im vierten Quartal 2025 ging es um 4 Prozent hinab. Im zweiten und dritten Quartal lag der Schwund prozentual genau so hoch (siehe Grafik).

Globale Prämien in der Industrieversicherung je Quartal seit 2022 (Quelle: Marsh Risk)
Globale Prämien in der Industrieversicherung je Quartal seit 2022 (Quelle: Marsh Risk)

 

Warum passiert das ausgerechnet in einer Welt, in der vermeintlich alles teurer wird? Als Hauptgründe für den Rückgang der Prämienraten nennt Marsh den stärkeren Konkurrenzkamp unter den Versicherern, günstige Schadenentwicklung und die Rückversicherungskonditionen, verbunden mit erhöhter Marktkapazität. Risiken werden also günstiger, und Versicherer kämpfen regelrecht darum, welche übernehmen zu können.

Doch die regionalen Unterschiede sind enorm. Während in den USA die Prämien im vierten Quartal im Schnitt auf der Stelle traten, ging es in der Pazifikregion um saftige 12 Prozent hinab. Es folgen Indien, Nah-Ost und Afrika (Imea) mit minus 10 Prozent. Weitere Werte zeigt die Grafik.

Prämien in der Industrieversicherung nach Regionen im vergangenen Jahr (Quelle: Marsh Risk)
Prämien in der Industrieversicherung nach Regionen im vergangenen Jahr (Quelle: Marsh Risk)

 

Für Industriekunden ist das natürlich eine tolle Sache, die sogar noch weitergehen könnte. So meint John Donnelly, Präsident für Global Placement bei Marsh Risk: „Ohne unvorhergesehene Ereignisse erwarten wir, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzt. In diesem Jahr dürften Kunden die Möglichkeit haben, Prämienraten zu reduzieren und umfassendere Bedingungen auszuhandeln, die die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherungsprogramme verbessert, um so der zunehmenden Komplexität der Risiken gerecht zu werden.“

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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